»Demokratische Psychiatrie«

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Kommentar

Die von Kofler als „Organisation“ bezeichnete „Demokratische Psychiatrie“ verstand sich als „Arbeitskreis“, der sich für eine Verbesserung der Zustände am „Steinhof“ einsetzte. Als Vereinsobfrau fungierte Brigitte Herrmann, deren (bis 1992 bestehende) Buchhandlung in der Wiener Grünangergasse eine wichtige Anlaufstelle für die „außerparlamentarische“ Linke Wiens war. Im Kofler-Nachlass befindet sich eine zweiseitige „Mitteilung“ des Arbeitskreises aus dem Jahr 1974, in der etwa eine Beendigung der „entwürdigenden Aufnahmeprozedur“ und „finanzielle und organisatorische Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Pfleger und Schwestern“ gefordert werden. Kofler fügte eine handschriftliche Notiz am Blattende hinzu: „›Demokratische Psychiatrie‹ – Contradictione in se“ [recte: Contradictio in se – Widerspruch in sich] (161/Kofl/W15).

Textausschnitte

Ida H., S. 257

[...] Die „Demokratische Psychiatrie“ eine seit kurzer Zeit bestehende Organisation, die wichtige Kampagnen gegen die Steinhofmethoden, gegen die zentrale Geisteskrankenkartei und dergleichen führte, hatte in der Praxis ebenfalls noch keine Möglichkeit, in einem Fall wie diesem eine der Steinhofpsychiatrie entgegengesetzte Behandlung durchzuführen [...]


Zitiervorschlag:
„Demokratische Psychiatrie“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.838, 2019-02.