Egerländer Volksmusik

TEI version< zurück

Kommentar

Die 1945 „heimatvertriebenen“ Sudetendeutschen aus dem „Egerland“, dem Bezirk Eger (Okres Cheb) im Westen Tschechiens, pflegten in Deutschland mit Liedersammlungen und in Vereinen ihr „traditionelles Liedgut“ (Heil 2000, 109).

Textausschnitte

Ida H., S. 230

[...] gasse: verschiedene Stimmen und Geräusche aus verschiedenen Wohnungen; die Geräusche strömten aus den Fenstern wie intensive Gerüche und hielten sich wie eine Dunstschicht über der Gasse – Klappern von Geschirr, plärrende Kinder und wütende Erwachsene, Egerländer Volksmusik aus einem Radio, das „Wunschkonzert“, das Kläffen eines kleinen Hundes, Männerund Frauenstimmen, in eine heftige Auseinandersetzung verstrickt, die Musik zu einem alten Heimatfilm aus irgendeinem Fernseher, zwischendurch ein unartikulierter, kurzer Schrei, hervorgestoßen in höchster Wut und Verzweiflung, gleichzeitig das Irgendwo-Auftreffen eines schweren Gegenstandes und das Splittern von Glas; laute Gespräche und Gelächter vorübergehender Gastarbeiter, spielende Kinder, das Klappern von Holzsandalen auf dem Asphalt; auf einem Harmonium versuchte ein Anfänger „Nun Brüder eine gute Nacht“ zu spielen, eine Männerstimme rief von unten, aus einer ebenerdigen Wohnung immer wieder „Geh in Oasch, in Oasch konnst gehn mit dem Schaß“ [...]


Zitiervorschlag:
Egerländer Volksmusik. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.770, 2019-02.