»Psychohygiene!«

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Kommentar

Der Begriff Psychohygiene ist ein mittlerweile überkommener Begriff, der von manchem Psychologen und Psychiater bis in die 1970er, 1980er Jahre als Maxime eines „sinnvollen“, erfüllten, „seelisch gesunden“ Lebens herangezogen wurde (Ringel o.J. [1974], 3). Das Lehrbuch der Hygiene (1969) definiert den Begriff folgendermaßen: „Abwehr von ungünstigen Einwirkungen, die über die Psyche oder geistig seelische Vorgänge psychische oder körperliche Funktionen ungünstig beeinflussen oder die soziale Einordnung stören und auf diese Weise zur Krankheit führen“ (Gärtner 1969, 487). Hygiene wird hier im Sinne einer präventiven Medizin verstanden, als „ungünstige[] Einwirkungen“ werden etwa städtische Reizbelastungen und „ungeordnete“ Familienverhältnisse durch Scheidung oder Arbeitstätigkeit der Mutter gesehen (ebd., 489f.). In den 1970er Jahren gab es noch eine „Österreichische Gesellschaft für Psychohygiene“, das Gesundheitsministerium setzte 1975 einen „Beirat für Psychische Hygiene“ ein, der die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung einleiten sollte (vgl. Meise/Wancata/Hinterhuber 2008, 232).

Textausschnitte

Ida H., S. 158

[...] “ Die Aufgabe der Pflegschaftshelfer und Pflegschaftshelferinnen sei deshalb auch, dafür zu sorgen, daß die ihnen Anvertrauten – ein Pflegschaftshelfer betreue oft mehrere Pfleglinge – sich von Zeit zu Zeit in den Beratungsstellen des Psychohygienischen Dienstes – Psychohygiene! [...]


Zitiervorschlag:
„Psychohygiene!“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.550, 2019-02.