Pflegschaftshelferin

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Kommentar

Seit Mitte der 1960er Jahre gab es in Wien Betreuung psychisch kranker Menschen im „extramuralen Bereich“: entweder über Pflegschaftshilfen des Vereins „pro mente infirmis“ oder über Begleithilfen des Psychosozialen Diensts der Stadt Wien. Die Tätigkeit von Frau Mikulitsch scheint eher der einer Pflegschaftshilfe der Stadt Wien zu entsprechen (vgl. Meise/Hafner/Hinterhuber 1991, 136).

Textausschnitte

Ida H., S. 155

[...] Diese Mikulitsch Lotte eröffnete der verduzten, mißtrauisch lesenden „Lieben Frau Huld“, daß sie, Frau Mikulitsch, zu ihrer, Idas Pflegschaftshelferin bestellt worden sei [...]

Ida H., S. 157

[...] hatte den Brief in der Hand und erkundigte sich, ob sie hier richtig sei bei Mikulitsch, Pflegschaftshelferin, es handle sich nämlich – [...]

Ida H., S. 158

[...] stand der Küche und den allgemeinen Zustand des Hauses zu entschuldigen, konfus und unterwürfig, als wäre nicht Ida, sondern sie selbst die Pflegebefohlene und Milena die Pflegschaftshelferin [...]

Ida H., S. 159

[...] noch angespannt und ängstlich gewesen war, war im Autobus zurück in die Stadt erleichtert, ja heiter: immer wieder kam sie auf die Frau Mikulitsch und deren Wohnung zu sprechen und meinte, so habe es selbst in ihrer Wohnung nie ausgesehen – „Und so jemand soll mir nun helfen, meine Angelegenheiten zu regeln, und auf mich aufpassen – das ist ja irgendwo zum Lachen!“ Die Pflegschaftshelferin erschien nun einmal wöchentlich in der Sandsteingasse [...]

Ida H., S. 160

[...] “ Von den Ärzten, den Psychiatern, sprach die Pflegschaftshelferin nur mit großer Hochachtung, mit demütiger Ergebenheit; auch sie, „auch ich, wie ich noch oben war“, sei immer so zufrieden gewesen, es sei ja ein Segen, daß es heutzutage so gute Ärzte gebe, ein richtiger Segen [...]

Ida H., S. 161

[...] Nach einigen Wochen, einigem Hin und Her brachte die Pflegschaftshelferin tatsächlich Idas Sachen aus der Anstalt, ihre Dokumente und das Composé [...]

Ida H., S. 248

[...] in so einer situation ist, aber wer ist das schon?“ Die Frau Mikulitsch, die Pflegschaftshelferin, hatte berichtet, sie sei einmal, als sie Ida in ihrer Wohnung besuchen habe wollen, mit einer anderen Nachbarin von Ida kurz ins Gespräch gekommen: die Reaktion jenes Nachbarn, habe diese Frau gemeint, sei übertrieben gewesen, der Schaden an der Tür gering; von Brandlegung könne überhaupt nicht die Rede sein, das sei „lächerlich“ [...]


Zitiervorschlag:
Pflegschaftshelferin. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.540, 2019-02.