»Krankheit ist Protest und dessen Verhinderung«, die besondere Krankengeschichte nur Ausdruck und Verneinung einer allgemeinen Krankengeschichte

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Kommentar

Das wörtliche Zitat konnte nicht nachgewiesen werden. Möglicherweise handelt es sich um eine Paraphrase eines Manifests des „Sozialistischen Patientenkollektivs an der Universität Heidelberg“ (SPK). Diese Gruppe um den Arzt Wolfgang Huber bestand von Februar 1970 bis Sommer 1971, danach fanden einige Mitglieder den Weg in die RAF. Im Mittelpunkt der Aktivitäten des SPK stand nicht das kranke Subjekt, sondern das, was dem Subjekt gesellschaftlich angetan wurde. Das SPK beschränkte sich jedoch nicht auf die Familie, wie etwa David Cooper (1971), sondern verklammerte „die Analyse und Bearbeitung der gesellschaftlichen Ursachen individueller psychischer Störungen mit der Aktivierung der Betroffenen zu radikaler politischer Arbeit“ (Brink 2008, 146). In dem Manifest Zur Dialektik von Krankheit und Revolution, das Kofler zur Verfügung gestanden sein könnte, schreibt das SPK: „Krankheit ist Protest und gleichzeitig Hemmung des Protests, in sich gebrochenes Leben, ohnmächtiger Aufschrei“ (SPK 1972, 312).

Textausschnitte

Ida H., S. 121

[...] „Krankheit ist Protest und dessen Verhinderung“, die besondere Krankengeschichte nur Ausdruck und Verneinung einer allgemeinen Krankengeschichte [...]


Zitiervorschlag:
„Krankheit ist Protest und dessen Verhinderung“, die besondere Krankengeschichte nur Ausdruck und Verneinung einer allgemeinen Krankengeschichte. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.ida.446, 2019-02.