Iselsberg

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Kommentar

Iselsberg: Passhöhe (1209 m) zwischen dem Osttiroler Drautal und dem Kärntner Mölltal, auch Bezeichnung für die auf der Osttiroler Seite des Passes gelegene Ortschaft oberhalb von Lienz. Der Iselsberg war die traditionelle Urlaubsregion der Familie Kofler.

Textausschnitte

Guggile, S. 31

[...] (– später, auf dem iselsberg, im sommer (siehe: iselsberg – urlaub) habe ich eines nachmittags, im zuge eines versteckspiels erhitzt auf der suche nach versteckten mitspielern, im „haus enzian“, der dependance des gasthofes, eine tür aufgerissen, ich kleiner idiot, und erschreckt innegehalten: vor mir, im zimmer, ist die magd gesessen und hat ihrem kind die brust gegeben, die rechte [...]

Guggile, S. 69

[...] im darauffolgenden sommer ist es zu einem rückfall gekommen, auf den iselsberg [...]

Guggile, S. 80

[...] von hinten, in schwarzer clothhose und pyjamajacke, ein schwarzes haarnetz auf dem kopf, wie er im iselsberger hoteizimmer spätabends vor dem waschbecken steht und, über dieses gebeugt, einen saftigen pfirsich ausschlürft [...]

Guggile, S. 88

[...] ) im frühjahr und im herbst sind meine eltern mit leidenschaft in die natur und auf die berge gegangen – „natur, etwas herrliches“ während es mir im gründe immer verhaßter geworden ist, sonntags – zumal im herbst – in die natur und auf die berge gehn zu müssen, an einem sonntagnachmittag im oktober etwa auf einer bank am ufer beispielsweise des faakersees zu sitzen und zu wissen, daß der sommer, die ferien und mit ihnen der von mir damals äußerst stark besetzte urlaub am iselsberg „endgültig vorbei“ sind [...]

Guggile, S. 89

[...] iselsberg: urlaub [...]

Guggile, S. 91

[...] ) die ausnahme der ausnahme: einmal bin ich, statt mit’m papa im juli, mit der mutti und dem hansi im september „aufm iselsberg“ gewesen; – ein schwermütiger, vom ständigen gefühl, alles sei ganz anders als sonst, beeinträchtigter urlaub, das höchstmaß an verschiedenheit: der erst erlaubte und dann verbotene besuch einer filmvorführung im speisesaal (weil „da hansi“ sich beim spielen schmutzig gemacht hat, hab ich nach dem abendessen schlafen gehn müssen, sind wir alle drei schlafen gegangen; durch die holzböden des alpenhoteis hab ich, heulend im bett im dunklen zimmer liegend, im speisesaal den film ablaufen hören, erst nachdem stühlerücken das ende des films signalisiert hatte, bin ich erschöpft eingeschlafen [...]

Guggile, S. 104

[...] das bedürfnis danach und die angst davor: wie ich das erste mal heidi, an einem sonntag im juli, unmittelbar nach der ankunft im alpenhotel, beim ersten mittagessen meines letzten urlaubs am iselsberg: eine neue kellnerin ist da, hab ich festgestellt, und was für eine – eine derart hübsche kellnerin, hab ich mir gedacht, hab ich hier noch nie angetroffen, daß so jemand überhaupt kellnerin ist und nicht filmschauspielerin, da ist die frau dettmer ja völlig uninteressant dagegen, „fräulein heidi“, hab ich vom nebentisch gehört, „fräulein heidi bitte: –“; heidi, aha [...]

Guggile, S. 106

[...] “ (seit diesem ersten sonntagabendspaziergang bin ich beinahe jeden abend – zehn tage, die erste urlaubshälfte, sind mir vergönnt gewesen, die zweiten zehn tage ist statt meiner der hansi gekommen –, beinahe jeden abend mit der heidi spazieren gegangen, einmal nach westen zum defreggerhof, einmal nach osten zum iselsbergerhof, immer im dunkel, umschlungen, die alte straße am waldrand entlang, beim ersten mal schon hab ich mir vorgenommen, das nächste mal, beim zweiten spaziergang mit ihr zu schmusen, morgen, hab ich mir gedacht, wird es dann soweit sein, und am montag, und am dienstag, als es dann so weit hätte sein können, hab ich das wagnis doch lieber auf den nächsten tag, auf den dienstag, auf den mittwoch verschoben; so habe ich eine gelegenheit nach der andern verstreichen lassen, bis –) symptome [...]

Guggile, S. 107

[...] ) „schön ist die liebe am iselsberg“ (tango), ein hausball im alpenhotel: der herr pichler, der schwiegersohn des hauses, hat ziehharmonika gespielt und gesungen, die gäste haben dazu im wintergarten getanzt, ich hab auch manchmal mit der heidi getanzt, einen tango zum beispiel, den der herr pichler mit leicht verändertem text zum besten gegeben hat: „schön ist die liebe am iselsberg“, hat er gesungen, und dazu immer wieder spöttisch zu mir herübergegrinst, warum nur –? gespräch unter männern [...]

Guggile, S. 109

[...] seine eltern und geschwister, hat er erzählt, seien zurzeit, wie jedes jahr, „in der astn“ bei einem bauern auf urlaub (die „astn“, ein hochgebirgstal, sei übrigens vom iselsberg gar nicht so weit entfernt), nur er sei dageblieben und arbeite für einige wochen in der villacher molkerei, um später, im august, ohne eltern und geschwister „in die astn“ auf urlaub zu fahren; – ob ich nicht mitkommen wolle, ein tag vollpension beim micheler-bauern belaufe sich auf sage und schreibe zwanzig schilling, außerdem könne man, ohne aufsicht, rauchen und trinken und überhaupt „a klasses leben führn [...]

Guggile, S. 110

[...] “) nach ein paar tagen, am mittwoch, hab ich mich mit meinem seesack auf den weg gemacht: von der astn den steilen, steinigen weg wieder hinunter nach mörtschach, von mörtschach die großglocknerstraße entlang nach winklern, von winklern die zahlreichen kehren der alten straße – eine abkürzung – hinauf auf den iselsberg, nach fünfstündigem fußmarsch, endlich, die paßhöhe: das ehemalige kurhotel, die neue stra- ße, der defreggerhof, wieder die alte straße, am waldrand entlang, die defreggerlärche ( [...]


Zitiervorschlag:
Iselsberg. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.guggile.280, 2019-02.