»spangerl«

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Kommentar

Kleine Haarspange

Textausschnitte

Guggile, S. 65

[...] die strebsame biederkeit meiner eltern, die tatsache, daß wir damals ein auto, die anderen noch kein auto, wir einen fernseher, die anderen noch keinen fernseher besessen haben, die zugehörigkeit meiner eltern zum unteren zipfl der oberen klasse, die tatsache, daß sie hausbesitzer und die anderen hausbenützer gewesen sind, daß ich ein „geschäftssohn“ und die anderen kinder von kundschaften gewesen sind, ferner die strenge meiner mutter, meine bravheit und deren äußere entsprechungen, zum beispiel das „spangerl“, wenn die andern „hinterfrisuren“ getragen haben, die knickerbocker, wenn die andern „cowboyhosen“ angehabt haben, sowie mein erzwungenes vorzugschülerdasein haben mir in der sozietät der kernstockstraßenkinder eine manchmal verhöhnte, manchmal bemitleidete, für mich konfliktreiche sonderstellung eingebracht: wieviel zugeben an nicht-dürfen und wieviel decken und überspielen [...]


Zitiervorschlag:
„spangerl“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.guggile.244, 2019-02.