»bei uns daheim«

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Kommentar

1946 gab ein Verlagskonsortium „im Auftrage des österreichischen Unterrichtsministeriums“ unter dem Titel Bei uns daheim ein Buch mit „Lesestoffen für die zweite Schulstufe der österreichischen Volksschulen“ heraus. 1962 erschien die in Bibliothekskatalogen letzte nachzuweisende Auflage (die 22.). Die Protagonisten der Geschichten im Buch heißen Anna und Franz. Die Geschichten „vom stockingerferdl und der reiterfanni“ kommen ebenso wenig vor wie die Märchen vom Mann im Mond (aus Ludwig Bechsteins Märchensammlung) oder die Grimm-Märchen Tischlein deck dich („ich bin so satt ich mag kein blatt“) oder Die sieben Raben (vgl. Bei uns daheim 1946).

Textausschnitte

Guggile, S. 59

[...] „eine solche aufregung“: einmal ist der ernsti „bei nacht und nebel“ aus der kernstockstraße 9 in die kasmannhuberstraße zur frau reinhard gegangen und hat dort seine eltern hinter ihrem buckel ausgerichtet, häufig hat der ernsti mir aus seinem volksschullesebuch „bei uns daheim“ vorgelesen: vom stockinger-ferdl und von der reiterfanni, wie der stokkingerferdl ein raubritter und die reiterfanni eine raubrittern haben sein wollen, vom mann im mond, von den sieben raben und, das meistgelesene stück, die geschichte von jenem schneider, der seine söhne nicht mit einer rute, sondern mit einer „elle“ durchgewixt hat, und von jener ziege, die – auch sie – „so falsch“ gewesen ist: erst „ich bin so satt ich mag kein blatt“ und dann, hinterm rücken, „ich sprang nur über gräbelein und fand kein einzig blättelein mäh mäh [...]


Zitiervorschlag:
„bei uns daheim“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.guggile.222, 2019-02.