Ottokar Kernstock

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Kommentar

Kaplan und Pfarrer in der Oststeiermark (1848–1928), deutschnational eingestellter Heimatdichter, Dichter der österr. Bundeshymne 1930–1938, berühmt-berüchtigt für sein Hakenkreuzlied (1923). Koflers Zuschreibung „kriegshetzer“ bezieht sich wohl in erster Linie auf seine blutrünstige Kriegslyrik, wie er sie im (gemeinsam mit Peter Rosegger verfassten) Steirischen Waffensegen (1916) publizierte. Karl Kraus war einer der vehementesten Kritiker des „Kriegsdichters“ (Kraus 1919, 51). s. Eintrag ›Kernstock‹

Textausschnitte

Guggile, S. 32

[...] so ein wort (ein unflätiges), „so ein wort nehm ich jo nicht einmol in den mund!“ * DIE KERNSTOCKSTRASSE die nur einige hundert meter lange kernstockstraße, so benannt nach dem steirischen priesterdichter und kriegshetzer ottokar kernstock, verbindet die rennsteinerstraße mit der genotteallee; trotzdem ist die kernstockstraße weniger eine verbindungsstraße als vielmehr ein zufahrtsweg zu den wenigen kernstockstraßenhäusern gewesen, die kernstockstra- ße – seinerzeit (zu meiner zeit) noch nicht asphaltiert und je nach dem wetter bald staubtrocken, bald quatschnaß – führt durch eine mulde; will man, von der rennsteinerstraße, der genotteallee oder von der linder brücke kommend, in ein kernstockstraßenhaus oder kommt man, zur linder brücke, genotteallee oder rennsteinerstraße wollend, aus einem kernstockstraßenhaus, man muß in jedem fall eine hier leichte, dort stärkere steigung bewältigen, ist jemand seinerzeit, die heutigen verhältnisse entziehen sich meiner kenntnis, von der genotteallee durch die kernstockstraße zur rennsteinerstraße gegangen, so ist er linkerhand an den fünf kernstockstraßenhäusern und rechterhand an einer angenehm verwahrlosten, durch den fußweg zur linderbrücke geteilten, gemeindeeigenen wiese vorübergekommen [...]


Zitiervorschlag:
Ottokar Kernstock. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.guggile.148, 2019-02.