wie ein erloschener Vulkan

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Kommentar

Kofler bezieht sich in dieser Passage auf die Schilderung von Erschöpfungszuständen, wie sie sich in Erika Pluhars Tagebüchern mehrfach finden. „Ich fühle mich wie ein erloschener Vulkan“, lautet der Tagebucheintrag am 14. Dezember 1978 (Pluhar 1981, 158).

Textausschnitte

Amok und Harmonie, S. 578

[...] Wie besessen schrieb ich in mein Tagebuch: Wie erschlagen, leer, wie ausgebrannt, zerstört, wie gerädert, erleichtert einerseits, andererseits wie gelähmt, müde, verbraucht, wie ein erloschener Vulkan, schrieb ich, kaputt, verstört, ratlos, einerseits erleichtert, wie gelähmt andererseits, niedergeschlagen, bedrückt, wie gepfählt, wie ausgelöscht, wie in Stücke gerissen, erledigt, einerseits erleichtert, ja, aber andererseits wie gelähmt, ohne Luft, am Abgrund, wie erstickt, erschöpft, lebendig begraben, ausgeblutet, erleichtert und doch wie gelähmt, im Stich gelassen, ohnmächtig, wie eingeschnürt, wie zertrümmert, gereizt, wie vergiftet, wie von Chemikalien zerfressen, einerseits wie gelähmt, andererseits doch auch erleichtert, wie mit Blei beschwert, wie im Regen stehengelassen, wie durch einen Nebel irrend, wie nach einem letzten Satz, stumm, wie abgestorben, wie tot, schrieb ich [...]


Zitiervorschlag:
wie ein erloschener Vulkan. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.amok.1894, 2019-02.