Franz von Defregger

TEI version< zurück

Kommentar

Franz Defregger (1835–1921), in der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach geborener Maler, 1883 in Bayern in den persönlichen Adelsstand erhoben, s. Eintrag ›Defregger‹

Textausschnitte

Amok und Harmonie, S. 550

[...] Vergangenen, nein vorvergangenen Donnerstag: Debantsäge, denke ich, Debanttal, die aufgelassene Sägemühle, das Wirtshaus in der Sag, Donnerstag vor zwei Wochen Debant, am Ufer des Debantbaches, im sprühenden Wasserstaub, im schimmernden Wildwasserstaub bin ich gesessen und habe nachgedacht über Chaos und Ordnung, bis mir das Tosen, das unaufhörliche Tosen und Herunter stürzen des Wassers zuviel geworden ist, vor nur vierzehn Tagen ist das gewesen und jetzt liege ich hier und denke an die Holzhäuser, an die Holzgerä- te, Schlitten, Eggen, Spinnräder, Fuhrwerke, alles aus Holz, denke an die Backöfen und die Ofenbänke in den Stuben, am Sonntag nach Stronach, sonntags zum Ederhof, zum verlassenen, seit Jahren leerstehenden (die Rosensträucher vor dem Haus wachsen durch den Holzbalkon im ersten Stock, vor dem Eingang hat sich ein Holunderbaum aufgepflanzt und mit seinen Wurzeln die Steinstufen gesprengt), sonntags nach Stronach zum Ederhof, der sich dem Verfall erstaunlich widersetzt und in dem im vorigen Jahrhundert der Genremaler und Professor an der Münchner Kunstakademie Franz von Defregger [...]


Zitiervorschlag:
Franz von Defregger. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.amok.1738, 2019-02.