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Otto von Zwiedineck

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.3074
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Zitiervorschlag: Frank-Rutger Hausmann (2020): Otto von Zwiedineck. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.3074, abgerufen am 22. 01. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.3074.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Otto von Zwiedineck und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Er (1871-1957) war der Sohn von Hans von Zwiedineck-Südenhorst (1845-1906) und Anna geb. von Dettelbach (1847-1925). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Graz und der Ableistung des Militärdiensts bei der österreichischen Artillerie studierte er Jura an den Universitäten Graz, Heidelberg und Leipzig. Nach den juristischen Staatsprüfungen und der Promotion arbeitete er zunächst als Konzipient der Handels- und Gewerbekammer in Graz und Wien, anschließend für das österreichische Innenministerium. 1901 habilitierte er sich für Staatswissenschaften an der Universität Wien. Bereits im Folgejahr wechselte er an die TH Karlsruhe, wo er zunächst a. o. und 1903 o, Professor für Volkswirtschaftslehre, Finanzwissenschaft und Sozialpolitik wurde. Im Studienjahr 1912/13 amtierte er als Rektor. Ab Mai 1915 leistete er Kriegsdienst als Adjutant der Landwehr beim 3. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon Mosbach sowie von Oktober 1915 bis November 1916 als Oberleutnant der Presseverwaltung in Lodz. (Er zog sich im Krieg eine schwere Verletzung zu, die ihm später viel zu schaffen machte). Im Jahr 1920 ging Zwiedineck-Südenhorst als Ordinarius nach Breslau. Nur ein Jahr später folgte er einem Ruf der Universität München auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie, den zuvor Max Weber innegehabt hatte. Trotz eines zweimaligen Rufes an die Universität Wien, blieb Zwiedineck-Südenhorst der Universität München bis zu seiner Emeritierung 1938 treu. Nach Kriegsende kehrte er an diese zurück und fungierte darüber hinaus als Leiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in München. Er gehörte zu den angesehensten Nationalökonomen seiner Zeit und machte sich besonders durch seine Forschungen zur Preis-, Konjunktur- und Kapitaltheorie einen Namen. Für seine wissenschaftliche Arbeit bekam er zahlreiche Auszeichnungen: In Karlsruhe den Titel eines geheimen Hofrats, die Ehrendoktorwürden der TH Karlsruhe (1925) und der TH Nürnberg (1951) sowie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und die Ehrenbürgerwürde der Universität München. 1940 wurde er zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München sowie zum Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien gewählt. Er war Mitglied der Royal Statistical Society London und Ehrenmitglied des Internationalen Statistischen Instituts Den Haag. 1953 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. – Zwiedinecks Briefe an Schuchardt sind fast ausnahmslos Geburtstagsbriefe. – Man vgl. auch die Briefe seiner Eltern an Schuchardt, HSA 13058-13160 (Anna von Zwiedineck geb. Dettelbach) bzw. HSA 13161-13168 (Hans von Zwiedineck). – Zwiedineck war in erster Ehe (1909) mit der österreichischen Malerin Emma von Cloeter (1869-1946) verheiratet; nach der Scheidung (1918) heiratete er zwei Jahre später Hedwig geb. Müller.

Bibliographie

https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Lexikon:bio-0183 [z. T. wörtlich übernommmen].

https://badw.de/fileadmin/nachrufe/Zwiedineck-S%C3%BCdenhorst%20Otto%20von.pdf

Ideale und Wirklichkeiten: Aspekte der Geschlechtergeschichte; Briefwechsel zwischen Hermine Cloeter, Emma Cloeter und Otto von Zwiedineck-Südenhorst 1893 - 1957 / Margret Friedrich (Hrsg.), Wien : Verl. der Österr. Akad. der Wiss., 1995.

Herkunft der Digitalisate

Die von Otto von Zwiedineck an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen