Antoine Thomas
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Zitiervorschlag: Frank-Rutger Hausmann (2021): Antoine Thomas. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.2858, abgerufen am 14. 02. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.2858.
Einleitung
Die Korrespondenz zwischen Antoine Thomas und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.
Bedeutung
Thomas (1857-1935) stammte aus Saint-Yrieux-la-Montagne (Creuse), einer Gegend, der er später mehrere wissenschaftliche Arbeiten widmete. Aus einfachen Verhältnissen kommend, besuchte er von 1875 bis 1879 die École des chartes. Er begann dann zunächst eine Ausbildung als Bibliothekar an der Bibliothèque nationale, strebte aber schon bald, von seinen Lehrern Gaston Paris (1839-1903) und Paul Meyer (1840-1917) angespornt, eine Universitätslaufbahn an. Er wurde Mitglied der École française de Rome, forschte im Vatikanischen Archiv und wurde 1881 zum Maître de conférence für französische Sprache und Literatur an der Faculté des lettres in Toulouse ernannt. Drei Jahre später verteidigte er seine Doktorarbeit über Francesco da Barberino et la littérature provençale en Italie au Moyen âge. Er unterrichtete ab 1885 selber in Toulouse und wurde 1900 zum ordentlichen Professor für Literatur des Mittelalters und Romanische Philologie ernannt. Ein Jahr zuvor hatte er die Annales du Midi begründet, die er zehn Jahre lang herausgab, bis ihm Alfred Jeanroy (1859-1953) nachfolgte. Thomas begründete ebenfalls die Bibliothèque méridionale und wurde 1890 Mitarbeiter an dem von Adolphe Hatzfeld (1824-1900) herausgegebenen Dictionnaire général de la langue française. Von 1895 bis 1900 leitete Thomas die Sektion für romanische Philologie an der École pratique des hautes études. Ende 1904 wurde ordentliches Mitglied der Académie des inscriptions et belles lettres. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm eine umfangreiche Festschrift gewidmet (Mélanges de Philologie et d’Histoire offerts à M. Antoine Thomas par ses élèves et ses amis, Paris, Champion 1927, 519 pages).
Thomas respektierte Schuchardt als bedeutenden Sprachwissenschaftler, räumte aber ein, daß seine mangelhaften Deutschkenntnisse ihm den Zugang zu seinen Schriften nicht immer leicht machten. - Gegenbriefe Schuchardts konnten nicht gefunden werden. In seinem Nekrolog „Notice sur la vie et les travaux de M. Antoine Thomas“ schreibt Olivier-Martin: „Mais la maladie s’aggravant ne lui permit pas de ranger ses livres, ni ses papiers“ (594).
Bibliographie
Alfred Jeanroy, „Antoine Thomas (1857-1935)“, Annales du Midi no 47, 1935, 426-431.
François Olivier-Martin, „Notice sur la vie et les travaux de M. Antoine Thomas (1857-1935)“, Comptes rendus des séances de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres no 4, 1943, 591-608.
Pierre Swiggers, „La canonisation d’un franc-tireur: Hugo Schuchardt et la romanistique“, in: Wolfgang Dahmen [u.a.] (Hrsg.), Kanonbildung in der Romanistik und in den Nachbardisziplinen. Romanistisches Kolloquium XIV, Tübingen: Gunter Narr, 2000, 269-304.
Herkunft der Digitalisate
Die von Antoine Thomas an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:
