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Wilhelm Rullmann

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.2571
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Zitiervorschlag: Frank-Rutger Hausmann (2021): Wilhelm Rullmann. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.2571, abgerufen am 11. 04. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.2571.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Wilhelm Rullmann und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Rullmann (1841-1918) wurde am 10.12.1841 in Bieber (Hessen, Landkreis Gelnhausen, Prov. Hessen-Nassau) als viertes Kind des Pfarrers Franz Jakob Gottlieb Rullmann (1807-1884) und der Karoline Ullrich (1817-1896) geboren. Aus der 1836 geschlossenen Ehe der Eltern gingen zwölf Kinder hervor. Wilhelm Rullmann besuchte das Gymnasium in Fulda, studierte 1860-64 in Marburg/L. u. Erlangen Theologie und Philologie, war 1864-69 Gymnasiallehrer in Küstrin, Wyborg (damals Großfürstentum Finnland) und St. Petersburg. Am 1. August 1869 heiratete er in Kesselstadt Adèle Leopoldsdotter Krohn (1847-1875) aus Wyborg. Rullmann wurde Redakteur am k. k. Telegraphen-Korrespondenz-Bureau in Frankfurt a. M. Doch schon bald wechselte er als Korrespondent zur Augsburger Allgemeinen Zeitung, dann zur Neuen Freien Presse bzw. der Frankfurter Zeitung. Von 1871-73 leitete er das Feuilleton der nationalliberalen Frankfurter Presse, gab 1876-77 die Rheinische Wochenschrift heraus und siedelte nach Wien über. Ab 1878 schrieb er Leitartikel und Theaterrezensionen für die Grazer Tagespost, in deren Redaktion er 1879 eintrat. Im Jahr 1902 wurde er ihr Chefredakteur, mußte jedoch diese Stelle bereits 1908 krankheitshalber aufgeben und kehrte nach Schlüchtern ins heimatliche Hessen zurück. Er verfasste auch Romane und Theaterstücke.

Rullmann und Schuchardt dürften sich in Graz kennengelernt haben und pflegten engen freundschaftlichen Austausch. Ihre Korrespondenz setzt 1884 ein und endet in Rullmanns Todesjahr. Man erfährt aus ihr interessante Details über das gesellschaftliche Grazer Leben, an dem auch Schuchardt aktiv teilnahm (z. B. an gelegentlichen Tarock-Partien) und das nur wenig mit Universität und Wissenschaft zu tun hatte. Nachdem Rullmann von Graz ins hessische Schlüchtern umgezogen war, dominieren Klagen über Einsamkeit und Altersgebresten. Da sein Sehvermögen stark eingeschränkt war, konnte er nicht mehr mit der Hand schreiben und bediente sich stattdessen einer Schreibmaschine. – Rullmann kümmerte sich um einige seiner verwitweten oder alleinstehenden Schwestern.

Gegenbriefe Schuchardts sind nicht erhalten.

Bibliographie

Franz Brümmer, Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Leipzig 61913, Bd. 6, 82

Deutschlands, Österreich-Ungarns und der Schweiz Gelehrte, Künstler und Schriftsteller in Wort und Bild, Hannover: Bio-bibliographischer Verlag Albert Steinhabe, 1920, 585 - 586 (mit Porträtphoto)

Wer ist’s VI. Ausgabe (Degner), 1910, 1349

wikipedia.

Herkunft der Digitalisate

Die von Wilhelm Rullmann an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen