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Hermann Möller

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.2216
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Zitiervorschlag: Hausmann, Frank-Rutger (2019): Hermann Möller. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.2216, abgerufen am 25. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.2216.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Hermann Möller und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Möller (1850-1923) war dänischer Abstammung, wuchs jedoch zunächst auf der deutschsprachigen, bis 1864 zu Dänemark gehörenden Insel Sylt auf, wo sein Vater Pfarrer war. Er studierte in Kiel, Leipzig, München und Berlin und wurde Anhänger der junggrammatischen Sprachwissenschaft. Seine Habilitation erfolgte in Kiel, später wurde er als Germanistikprofessor nach Kopenhagen berufen. Er zeichnete sich durch große Vielseitigkeit aus, man denke an das Vergleichende indogermanisch-semitische Wörterbuch (1911) oder seine Version der Laryngaltheorie (Die semitisch-vorindogermanischen laryngalen Konsonanten, 1917). Als einer der ersten erkannte er die wegweisende Bedeutung Ferdinand de Saussures.

Möller war zweisprachig und führte seine Korrespondenz mit Schuchardt auf Deutsch. Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark zwar neutral, doch gab es unter den dänischen Intellektuellen durchaus anti-deutsche Stimmen, z. B. von Kristoffer Nyrop, der in Frankreich seine geistige Heimat sah. Die dänische Neutralität wurde durch den Versailler Vertrag insofern belohnt, als dieser eine Volksabstimmung in Nordschleswig vorsah, die zur Abtretung dieses Gebiets an Dänemark führte (15.6.1920). Politische Fragen werden jedoch in der Korrespondenz Möllers mit Schuchardt, die immerhin achtundzwanzig Jahre umspannt, wenn vermutlich auch nicht alle Stücke erhalten sind, ausgespart. Leider ist Schuchardts Korrespondenz mit Möller nicht erhalten, doch belegen dessen Postkarten einmal mehr die intensive Rezeption, die Schuchardts sprachwissenschaftliche Arbeiten auch im Ausland erfuhren. Möller informierte Schuchardt seinerseits über eigene Forschungsaktivitäten und sandte ihm selbst in der Zeit des Ersten Weltkriegs Druckfahnen seiner wichtigsten Arbeiten.

Bibliographie

A. Hinrichsen, Das litterarische Deutschland, 1887, 408f.

Vilhelm Thomsen, „Møller, Martin Thomas Herman“, Dansk Biografisk Leksikon 121, 1898, 78.

Holger Pedersen, Herman Møller (13. jan 1850 - 5. okt. 1923), [Kopenhagen:] Luno, 1923.

Møller, Herman, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117081787.html.

Herkunft der Digitalisate

Die von Hermann Möller an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen