Alphons Leopold Mielich
URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.2198
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Zitiervorschlag: Frank-Rutger Hausmann (2019): Alphons Leopold Mielich. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.2198, abgerufen am 11. 02. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.2198.
Einleitung
Die Korrespondenz zwischen Alphons Mielich und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.
Bedeutung
Alphons (auch: Alfons) Leopold Mielich (1863-1924) war ein Sohn von Carl Mielichhofer, der als Professor für Mathematik und Schiffsbau an der k. u. k. Marineakademie in Fiume (Rijeka) tätig war und seinen Namen in Mielich verkürzte. Auch Alphons besuchte diese Akademie, wurde Artillerieoffizier, musste aber aus Gesundheitsgründen 1887 einen frühen Abschied nehmen. Er verbrachte aus Gesundheitsgründen einige Zeit in Ägypten (1889), bildete sich als Autodidakt zum Maler und spezialisierte sich auf orientalische Sujets. Er reiste viel, lebte eine Zeitlang (1889-1892) in Paris, kam 1894 nach Wien zurück, wo er Mitglied des Wiener Künstlerhauses wurde und sich vor allem einen Namen mit seinen orientalischen Gemälden machte. Im Jahr 1901 unternahm er gemeinsam mit dem Orientalisten Alois Musil () eine Expedition nach Jordanien, wo er Illustrationsvorlagen für eine Publikation mit 41 Tafeln über das Wüstenschloss Quseir' Amra schuf. Später kehrte er Wien den Rücken und lebte in München und Salzburg.
Von der Korrespondenz Mielich-Schuchardt sind leider nur Mielichs Briefe erhalten. Es geht darin um den Verkauf georgischer, slavischer u.a. Handschriften, die ursprünglich aus dem Katharinen-Kloster auf dem Berg Sinai stammten und dann nach Kairo in den Handel gelangten. Zu prüfen, ob dies legal geschah oder nicht, wäre Aufgabe einer komplizierten Provenienzforschung. Mielich bot die Handschriften der Wiener Hofbibliothek zum Kauf an, die Schuchardt um eine Einschätzung über deren ideellen wie materiellen Wert bat. Die Hofbibliothek erstand jedoch nur die altslavischen Exemplare, so dass Schuchardt die georgischen Handschriften (sowie zwei armenische Blätter) selber erstehen konnte. Er vermachte sie später der Grazer Universitätsbibliothek (Sign. 2058, Sammelkassette mit 4 Kodizes, einer Rolle und Fragmenten) [http://sosa2.uni-graz.at/sosa/katalog/index.php], wo sie sich noch heute befinden. Nach dieser Transaktion scheint der Kontakt zu Mielich abgerissen zu sein. Aus dessen Briefen an Schuchardt spricht übrigens allein der Kaufmann, nicht der Künstler oder der Handschriftenliebhaber.
Bibliographie
ÖBL 6, 1975, 268-269
Katalog über die Kollektionen A. L. Mielich und Charles Palmié und Gedächtnisausstellung L. E. Petrovits, Wien: Verl. d. Genossenschaft d. bildenden Künstler, 1907
Gregor Peradze, „Über die georgischen Handschriften in Österreich“, Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes 47, 1940, 219-232
Bärbel Holaus / Elisabeth Hülmbauer / Claudia Wöhrer (Bearb.), Kunst des 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 19. Jahrhunderts, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1998, Bd. 3: L-R, 87
Herbert Zemen, Der Orientmaler Alphons Mielich, 1863–1929. Materialien zur Biographie, Wien 2012 (Privatdruck)
Amely E. Haslauer, Sammeln und präsentieren islamischer Kunst in Österreich im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Magisterarbeit Kunstgeschichte Wien, 2013 (http://othes.univie.ac.at/27742/1/2013-04-04_0026360.pdf).
Herkunft der Digitalisate
Die von Alphons Leopold Mielich an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:
