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Raul de la Grasserie

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1636
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Zitiervorschlag: Frank-Rutger Hausmann (2020): Raul de la Grasserie. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1636, abgerufen am 06. 03. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.1636.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Raul de la Grasserie und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Über De la Grasseries (1839-1914) Jugend ist nicht viel bekannt. Er stammte aus einem alten Adelsgeschlecht und war ausgebildeter Jurist (Docteur en droit). Später amtierte er als Richter am Tribunal de Rennes, danach am Tribunal de Nantes. Möglicherweise war er als Jugendlicher im Schüleraustausch einige Zeit in Deutschland gewesen, wie damals nicht unüblich, denn er schrieb fließend deutsche Kurrentschrift. Sein Deutsch ist allerdings fehlerhaft und nicht frei von Stilblüten. Wo er die Rechte studiert hat, wissen wir nicht. Seine sprachwissenschaftliche Ausbildung erhielt er durch Lucien Adam (1833-1918) [vgl. HSA 00014]. Seine Publikationen (Sprach- und Literaturwissenschaft, Philosophie, Religionssoziologie usw.) wurden von Fachgelehrten eher zurückhaltend bewertet. Der niederländische Jesuit und Sprachwissenschaftler Jacobus (Jacques) van Ginneken (1877-1945) schreibt z.B. 1911 in einer Rezension über La Grasseries Buch Des parlers des différentes classes sociales (Paris 1909), er sei zwar „ein verdienstlicher Vielschreiber“, habe „sich aber um wissenschaftliche Akribie nie gekümmert“ (Anthropos 6, 1911, 216). Schuchardt war anderer Meinung und ließ ihm („Exkurs zu Sprachursprung III“, 1921) spät Gerechtigkeit widerfahren.

Grasserie war Membre de la Société Linguistique de Paris und korrespondierte auch mit anderen deutschen Gelehrten wie Ernst Kuhn und Eduard Zarncke. Er interessierte sich besonders für exotische Sprachen, publizierte aber auch über Internationales Recht. – Gegenbriefe Schuchardts konnten nicht gefunden werden.

Bibliographie

Simone Delesalle, „Raoul Guérin de la Grasserie (1839-1914). Son statut et son rôle dans la linguistique au tournant du siècle“, in: Hans-Josef Niederehe / E.F.K. Koerner (Hgg.), History and Historiography of Linguistics. Proceedings of the Fourth International Conference on the History of the Language Sciences (PICHoLS) 4/2, 1987, Trier 1990, 677-687.

https://www.idref.fr/029457564 (Werkkatalog).

https://data.bnf.fr/fr/12108081/raoul_la_grasserie/ (Kurzbiogr.; Werkkatalog).

Herkunft der Digitalisate

Die von Raul de la Grasserie an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen