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Hans Georg Conon von der Gabelentz

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1540
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Zitiervorschlag: Hurch, Bernhard; Purgay, Katrin (2015): Hans Georg Conon von der Gabelentz. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1540, abgerufen am 09. 12. 2022. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.1540.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Georg von der Gabelentz und Hugo Schuchardt wurde von Bernhard Hurch und Katrin Purgay bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Der epistolarische Austausch zwischen Georg von der Gabelentz und Hugo Schuchardt vollzieht sich zwischen 1882 und dem Tod des ersteren im Jahre 1893 und verläuft eher einseitig: In fast allen Momenten scheint es Schuchardt gewesen zu sein, der seinen Kollegen um Rat oder um Informationen bittet. Es sind nicht sehr viele Briefe erhalten: insgesamt 9 Stück, davon 7 von Gabelentz an Schuchardt, dagegen umgekehrt nur zwei von Schuchardt an Gabelentz. Diese scheinbare Asymmetrie ist nur darauf zurückzuführen, daß Schuchardt der geordnetere Briefsammler war. Während in seinem Nachlaß die von Gabelentz verfaßten Briefe offenbar vollzählig erhalten sind, müssen wir umgekehrt aus den Schreiben von Gabelentz an Schuchardt auf den Verlust einzelner Briefe schließen. Schon das erste erhaltene Schreiben zwischen den beiden, Gabelentz an Schuchardt vom 6. Juni 1882, deutet klar darauf hin, daß es sich dabei um eine Antwort auf eine Anfrage von Schuchardt handelt.

Der Briefwechsel dreht sich um Problemfelder, die in Zusammenhang mit Schuchardts beharrlicher Suche nach einer Kasuistik und Typologie von Sprachkontakt und Sprachmischung in allen denkbaren Teilen der Welt stehen, und bei denen Gabelentzens China- und Ost- bzw. Südostasienexpertise erbeten wird. Die Anfragen betreffen im Norden den Russisch-Chinesischen Sprachkontakt, das Chino-Annamitische und das Tetum in Timor. Allerdings führten gerade die hier berührten Themen nicht zu einer bedeutenderen Publikationstätigkeit Schuchardts. Lediglich im letzten Brief wird noch der Themenkomplex Baskisch und Berberisch angesprochen.

Ob die beiden sich auch persönlich kennengelernt haben, kann nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Im Brief Nr. 4 vom 13. Oktober 1886 scheint Schuchardt ein Treffen zu erwähnen, doch bleibt diese Andeutung vollkommen isoliert: „Ich bin damit beschäftigt mir aus dem Tétum-Catechismus, den ich Ihnen zeigte, eine Grammatik und ein Vocabular zusammenzustellen, ...“.

Gegenbriefe

Die Briefe Schuchardts an Gabelentz finden sich im Thüringischen Staatsarchiv in Altenburg, wo das Gabelentzsche Familienarchiv verwahrt wird. Wir sind der Institution für die Zusammenarbeit zu Dank verpflichtet.

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Herkunft der Digitalisate

Für die von Hugo Schuchardt an Hans Georg Conon von der Gabelentz verschickten Briefe gilt:

Die Publikation der vorliegenden Materialien im „Hugo Schuchardt Archiv” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Thüringer Staatsarchiv in Altenburg, Familienarchiv Gabelentz.

Die von Hans Georg Conon von der Gabelentz an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen