Adolf Dirr
URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1399
Korrespondenz
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Zitiervorschlag: Bernhard Hurch (2019): Adolf Dirr. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1399, abgerufen am 13. 03. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.2.1399.
Einleitung
Die Korrespondenz zwischen Adolf Dirr und Hugo Schuchardt wurde von Bernhard Hurch bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.
Bedeutung
Adolf Dirr, 1867 in Augsburg geboren, absolvierte eine Handelsschule ohne Hochschulreife, hospitierte dennoch Anfang der 1890er Jahre in Berlin am Seminar für Orientalische Wissenschaften. Im Anschluss studierte er orientalische Sprachen an der Sorbonne und besuchte Kurse an der École d'Anthropologie de Paris. Es folgten einige Jahre des Reisens und verschiedener beruflicher Tätigkeiten. 1900 kam er zum ersten Mal nach Georgien, danach machte er eine einjährige Forschungsreise in den Kaukasus. Von 1902 bis 1913 lebte er in verschiedenen Gebieten des Kaukasus, arbeitete als Lehrer im daghestanischen Temir-Chan-Šura, von wo wichtige Teile der folgenden Korrespondenz stammen. Ab 1908 war er in Tiflis ebenfalls als Lehrer tätig. Zahlreiche weitere Forschungsreisen durch Kaukasien, u.a. im Auftrag der Russischen Akademie der Wissenschaften, vertieften seine einschlägigen sprachwissenschaftlichen Studien, von diesen liegen nicht nur zahlreiche Publikationen vor, sondern auch umfangreiche Materialsammlungen, Sprachaufnahmen, Objektsammlungen etc. Sein primäres Forschungsinteresse galt den kaukasischen Sprachen und seine linguistischen Veröffentlichungen eröffneten in in verschiedener Hinsicht in Europa neue Erkenntnisse. Die früheren Veröffentlichungen (zum Udinischen und Tabassaranischen, neben Schriften zu anderen Sprachen des Raums) waren auf Russisch verfasst, später erschienen auf Deutsch eine Einführunge in das Studium der kaukasischen Sprachen (1928), sowie eine Sammlung kaukasischer Märchen. Er arbeitete währen des WK I auch mit georgischen Kriegsgefangenen und fertigten mit ihnen zahlreiche Tondokumente an.
Auf Betreiben des Semitisten Fritz Hommel und des Vergleichenden Sprachwissenschaftlers und Indogermanisten Ernst Kuhn wurde Dirr 1913 von der Universität München promoviert. Schuchardt verfasste dazu auf Bitte Hommels ein entsprechendes Gutachten. Das resultiert aus den Korrespondenzen von Schuchardt mit Hommel, Kuhn und Dirr. Das Gutachten selbst ist aber in den Archiven der Universität München nicht auffindbar. Danach übernahm Dirr eine Konservatorenstelle am Münchner Museum für Völkerkunde, blieb für dieses bis zu seinem Tod 1930 tätig und baute wesentlich anhand seiner eigenen Sammlung den kaukasischen Teil des Münchner Museums auf. Er gilt als der wichtigste Wegbereiter einer breiten kaukasiologischen Forschung in Deutschland.
Bibliographie
Exner, Sigmund. 1922. Katalog 1 der Platten 1–2000 des durch die Mittel der Treitl-Stiftung gegründeten und erhaltenen Phonogramm-Archives der Akademie der Wissenschaften in Wien. Wien.
Öhrig, Bruno. 2000. Adolf Dirr (1867–1930): Ein Kaukasusforscher am Münchner Völkerkundemuseum. Münchner Beiträge zur Völkerkunde. Jahrbuch des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. Bd. 6: 199-234.
Herkunft der Digitalisate
Die von Adolf Dirr an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:
