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Robert Needham Cust

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1346
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Zitiervorschlag: Hausmann, Frank-Rutger (2021): Robert Needham Cust. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1346, abgerufen am 31. 01. 2023.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Robert Needham Cust und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Cust (1821-1909) wurde in Cockayne, Bedfortshire geboren und in Eton und Hailebury ausgebildet. Er bekleidete eine einflussreiche Stellung im Indian Civil Service und galt als erfahrener, jedoch eigenwilliger Administrator. Er sprach angeblich acht europäische sowie acht asiatische Sprachen und engagierte sich in der British and Foreign Bible Society. Da die Briten große Teile Schwarzafrikas zu Kolonien gemacht hatten, übersetzten insbesondere anglikanische Geistliche die Bibel in zahlreiche Stammessprachen (vgl. The Bible in many tongues. St John III.16 in most of the languages and dialects in which the British and Foreign Bible Society has printed or circulated the holy scriptures, London 1882). Cust war jedoch kein orthodoxer Anglikaner. Er war ein Philanthrop, der jeglichen Rassismus ablehnte, und ein weitsichtiger Administrator.

Nach dem Tod seiner zweiten Frau im Jahr 1867 zog er sich ins Privatleben zurück. Er war Mitglied und Amtsträger in mehreren wissenschaftlichen, philanthropischen und religiösen Gesellschaften und zugleich ein produktiver Schriftsteller. Als einer der wenigen viktorianischen Intellektuellen widersetze er sich den damals populären Rassentheorien.

Seine Korrespondenz mit Schuchardt dreht sich vorwiegend um afrikanische Sprachen bzw. um Kreol- und Spezial-/Fachsprachen, für die sich Schuchardt seit Anfang der 1880er Jahre interessierte.

Cust zieht beim Schreiben viele Buchstaben zusammen oder läßt andere fort, so daß seine Briefe nicht leicht zu entziffern sind; neben abschließendem Punkt verwendet er fast ausschließlich den Gedankenstrich als weiteres Interpunktionszeichen. Er gibt zwar an, Deutsch zu können, doch sind von ihm zitierte deutsche Wörter und Buchtitel meist nur approximativ.

In seinen Erinnerungen Memoirs of Past Years (Privatdruck 1899) wird Schuchardt nicht erwähnt. Dafür heißt es in A Sketch of the Modern Languages of Africa (S. 94): „Schuchardt of Gratz is collecting information from all parts of the world on the subject of Pidgin-Languages, and we must suspend our judgment, till we have a wide range of facts before us, and can examine the degree, to which one language has influenced the other“. Cust hat diese Arbeit vor allem durch einen entsprechenden Beitrag in Trübner’s American, European and Oriental Literary Record (1882) unterstützt. Warum der Briefwechsel 1899 abreißt, ließ sich nicht ermitteln. Möglicherweise verzögerte der Tod von Schuchardts Mutter am 15. Juni d. J. eine zeitnahe Antwort, so daß Cust seinerseits auf die Fortführung der Korrespondenz verzichtete.

Bedauerlicherweise sind Schuchardts Briefe an Cust nicht erhalten.

Bibliographie

T. H. Thornton, „Obituary Notices“, The Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland, Jan. 1910, 255-262

Gerald H. Anderson, Biographical Dictionary of Christian missions, New York: Simon & Schuster: Prentice Hall, [1998], 162

Peter Penner, Robert Needham Cust, 1821 - 1909; a personal biography, Lewiston u.a, 1987 (Studies in British history; 5).

Herkunft der Digitalisate

Für die von Hugo Schuchardt an Robert Needham Cust verschickten Briefe gilt:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen

Die von Robert Needham Cust an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen