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Walter Erving Crum

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1341
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Zitiervorschlag: Hausmann, Frank-Rutger (2020): Walter Erving Crum. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1341, abgerufen am 31. 01. 2023.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Walter Erving Crum und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Crum, in Glasgow geboren, stammte aus wohlhabenden Verhältnissen und studierte zunächst Neuere Geschichte, dann Koptisch in Eton, Oxford, Paris, München und Berlin, wo er Schüler des Koptologen Adolf Erman (1854-1937) wurde. Als Privatgelehrter nahm er ab 1892 ein koptisches Wörterbuch in Angriff, das jedoch erst (in sechs Teilen) zwischen 1929 und 1939 erschien. Das Werk verschaffte ihm allseitige Anerkennung. Ob er eine akademische Karriere aus gesundheitlichen Gründen ausschlug, sei dahingestellt. Aufgrund einer Beziehung zu der Studentin Margaret (Madge) Hart-Davis (1876-1953) trennte sich seine Ehefrau, die Malerin Ella Crum geb. Sieveking (1862-1948), Tochter von Sir Edward Henry Sieveking (1816-1904), dem Leibarzt der Königin Victoria, im Jahr 1911 von ihm. Als Katholikin lehnte sie eine Scheidung ab, und er musste das University College London verlassen. Das (unverheiratete) Paar zog nach Österreich, vermutlich um Abstand zu gewinnen, wo es über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinaus blieb, um dann nach Bristol überzusiedeln. Hart-Davis lernte ihrerseits Koptisch und unterstützte Crum bei seinen Forschungen, wird aber in seinem Lebenswerk (A Coptic Dictionary, 1929-1939) nicht namentlich erwähnt.

Im NL des Ägyptologen Adolf Erman (1854-1937) in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen finden sich 322 Briefe Crums aus den Jahren 1889-1937, die weitere Auskünfte über sein Leben und Werk ermöglichen (vgl. Hans Kloft, Der Nachlaß Adolf Ermann, Bremen 1982; Veröffentlichungen der Abteilung Gesellschaftswissenschaften und der Spezialabteilung / Universität Bremen, Bibliothek; 38).

Erhalten sind dreißig Briefe und Postkarten Crums an Schuchardt aus den Jahren 1912 bis 1926, in denen es meist um den Austausch von Höflichkeiten geht, und nur selten um koptologische oder andere wissenschaftliche Probleme. Crum schreibt ein idiomatisch wie grammtisch ausgezeichnetes Deutsch, fast wie ein Muttersprachler. - Gegenstücke Schuchardts wurden in Crums NL nicht gefunden (freundl. Auskunft von Dr Francisco Bosch-Puche, The Griffith Institute, University of Oxford).

Bibliographie

B. G. Gunn / H. I. Bell, „Obituary Notice. Walter Ewing Crum. 1865-1944“, Proceedings of the British Academy 34, 1948, 281-291

Moritz L. Bierbrier, Who was who in Egyptology?, London 31995, 111

Paola Buzi, „Walter Ewing Crum (1865-1944), in: Mario Capasso (Hrsg.), Hermae. Scholars and Scholarship in Papyrology, Pisa 2007, 107-113

Reinhard Grieshammer, „Crum, Walter Ewing. Brit. Koptologe und Ägyptologe. Geb. am 22. 7. 1865 in Glasgow, gest. am 18. 5. 1944 in Bath“, Geschichte der Altertumswissenschaften 2012, 255-256

Jennifer Cromwell, „Walter Ewing Crum (1865-1944). A Coptic scholar ,sui generis‘“, in: P. Bukovec (Hrsg.), Christlicher Orient im Porträt. Religionen im Vorderen Orient, Hamburg 2014, Bd. II, 407-422

https://copticliterature.wordpress.com/2012/08/29/walter-ewing-crum-another-english-philocopt-who-is-much-loved-by-the-copts/ [mit Photo]

Louise Gestermann, „Adolf Ermann und die internationale Ägyptologie“, in: Bernd U. Schipper (Hrsg.), Ägyptologie als Wissenschaft. Adolf Ermann (1854-1937) in seiner Zeit, Berlin-New York 2006, 258-275, hier bes. 263f.

http://www.thring.co.uk/Victorian%20Grandmothers.htm

https://egiptomaniacos.foroactivo.com/t9714-walter-ewing-crum

Herkunft der Digitalisate

Für die von Hugo Schuchardt an Walter Erving Crum verschickten Briefe gilt:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen

Die von Walter Erving Crum an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen