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Adolf Bauer

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1098
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Zitiervorschlag: Hausmann, Frank-Rutger (2020): Adolf Bauer. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1098, abgerufen am 31. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.2.1098.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Adolf Bauer und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Bauer (1855-1919), als Sohn eines Unteroffiziers und Hauslehrers in Prag geboren, entstammte einer Egerländer Bauernfamilie. Er studierte Geschichte in Berlin, Göttingen und Wien, wo er 1876, von Max Büdinger (1828-1902) betreut, mit der Arbeit Die Entstehung des Herodoteischen Geschichtswerks (9 Bl.) promoviert wurde. Er nahm zunächst eine Stelle als Hauslehrer bei einer adeligen Familie in Kairo (Alfred von Kremer, Orientalist und Politiker), danach bei einer anderen in Venedig (Graf Wimpffen) an. Im Jahr 1880 wurde er in Graz kumulativ für das Fach Alte Geschichte habilitiert, vier Jahre später zum außerordentlichen Professor ernannt und 1891 zum ersten Ordinarius (Lehrstuhlinhaber) seines Fachs befördert. Trotz ehrenvoller Rufe blieb er Graz viele Jahre treu. Mehrfach war er Dekan der Philosophischen Fakultät, 1910/1911 Rektor der Universität. Im Jahr 1916 nahm er dann doch einen Ruf nach Wien an, wo er drei Jahre später, vermutlich an den Folgen der Spanischen Grippe, verstarb und auf dem Zentralfriedhof bestattet wurde.

Bauers Briefe, die durch jene seiner Frau Mela, seiner Söhne Wilhelm (Willi), Kurt Robert (Robi) und der Tochter Hilla ergänzt werden, belegen die engen Kontakte zwischen Schuchardt und der gesamten Familie Bauer. Sie sind thematisch vielgestaltig, da sie universitäre, fachliche und private Gegenstände berühren. So konnte Schuchardt die Eindrücke seiner 1903 unternommenen Ägyptenreise mit Bauer teilen, der, wie gesagt, selber einige Monate dort gelebt und sich im Land umgesehen hatte. Ein zentrales Thema sind in den späten Briefen die Aktivitäten der Wiener Akademie der Wissenschaften, in der Bauer wie Schuchardt Mitglieder waren, an deren Sitzungen Schuchardt in den Kriegsjahren jedoch nicht mehr teilnahm. Hier wird vor allem der Dissens zwischen Schuchardt und Karl von Ettmayer (Ettmayer von Adelsburg) beleuchtet, der offenbar in die Akademie hineingetragen wurde.

Bibliographie

NDB 1, 1953, 635-636 (Fritz Schachermeyr)

ÖBL 1815-1950 1, 1957, 54

Wolfgang Weber, Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Frankfurt am Main 21987, 24

Walter Höflechner, Das Fach „Geschichte“ an der philosophisch-geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. Vertretung und Institution von den Anfängen bis zur Gegenwart ; mit Bemerkungen zu Wien und Prag, Graz 2015

Alois Kernbauer, Hundertfünfzig Jahre Institut für Geschichte an der Universität Graz. Das historiographische Werk Grazer Historiker, Graz [2015], 82-87

Thomas Winkelbauer, Das Fach Geschichte an der Universität Wien von den Anfängen um 1550 bis etwa 1975, Göttingen 2018, 111-132.

https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/archive.xhtml?id=Akt+++++1304eae3-c060-4cb2-9f67-e2c46b672e50VERA#Akt_____1304eae3-c060-4cb2-9f67-e2c46b672e50VER

Herkunft der Digitalisate

Für die von Hugo Schuchardt an Adolf Bauer verschickten Briefe gilt:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen

Die von Adolf Bauer an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen