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Willy Bang

URI: https://gams.uni-graz.at/o:hsa.persons#P.1079
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Zitiervorschlag: Hausmann, Frank-Rutger (2021): Willy Bang. In Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.person.1079, abgerufen am 27. 01. 2023.


Einleitung

Die Korrespondenz zwischen Johann Wilhelm Max Julius Bang-Kaup und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Bedeutung

Willy Bang-Kaup (mit vollem Namen Johann Wilhelm Max Julius Bang-Kaup) entstammte einer angesehenen hessischen Familie. Er wurde in Wesel als Sohn des Rechtsanwalts, Bürgermeisters und Garnisonsauditeurs Heinrich Bang (1838-1896) und seiner Frau Auguste geb. Kaup geboren. Er besuchte Schulen in Ruhrort und Wesel und studierte in Deutschland, Belgien (Leuwen-Louvain), Frankreich, Holland und Großbritannien Orientalistik. In Löwen trat er unter dem Einfluß seines Lehrers Charles-Joseph de Harlez de Deulin (1832-1899), der zugleich Priester und Lütticher Kanonikus war, zum Katholizismus über. Fachlich zeichnete er sich durch seine Vielseitigkeit als Texteditor und -analytiker aus. Von 1895 bis 1914 war Bang in Löwen zunächst Professor für Anglistik und verfasste wichtige Arbeiten zur englischen Literatur. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs musste er Belgien verlassen und wurde 1917 Professor für Turkologie in Frankfurt a. M. Bereits ein Jahr später erfolgte seine Berufung nach Berlin. Unter seinen zahlreichen Arbeiten ragen besonders die Editionen und historisch-grammatischen Untersuchungen der Turksprachen heraus. Er war Mitglied mehrerer in- und ausländischer Akademien. Seit 1899 war er mit Natalie (1874-?), der jüngsten Tochter des Verlegers Eduard Zernin (1830-1914), verheiratet; das Paar hatte einen Sohn Alfred (1906-1986), der katholischer Priester des Bistums Mainz wurde.

Über die Beziehung Schuchardts zu Bang ist nicht viel bekannt. Erhalten sind neun Briefe und Postkarten Bangs aus den Jahren 1900 bis 1917. Demnach ging die Kontaktaufnahme von Schuchardt aus. Gegenbriefe oder -karten Schuchardts wurden nicht gefunden. Offenkundig endete die Korrespondenz in dem Jahr, als Bang-Kaup Belgien verlassen mußte. Der Sprachwissenschaftler Ernst Lewy (1881-1966) teilt Schuchardt allerdings im Jahr 1926 mit, Bang sei sein Berliner Nachbar und habe sich darüber gefreut, dass Schuchardt ihm, Lewy, Der Individualismus in der Sprachforschung zugesandt habe. Bang selber war offensichtlich nicht bedacht worden. Warum der Kontakt zwischen ihm und Schuchardt abriß, wissen wir leider nicht.

Bibliographie

Wer ist’s? VI. Ausg., 1912, 56

Henri de Vocht, „Bibliographie der Arbeiten von Professor W. Bang Kaup“, Ungarische Jahrbücher 9, 1929, S. 188-195

Michael Knüppel, Aloïs van Tongerloo, Die orientalistische Gelehrtenrepublik am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Der Briefwechsel zwischen Willi Bang(-Kaup) und Friedrich Carl Andreas aus den Jahren 1889 bis 1914, Berlin 2012 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen N.F. 20).

Herkunft der Digitalisate

Für die von Hugo Schuchardt an Willy Bang verschickten Briefe gilt:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen

Die von Willy Bang an Hugo Schuchardt verschickten Briefe befinden sich in:

Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen