Mathias Murko an Hugo Schuchardt (38-07618)
von Mathias Murko
an Hugo Schuchardt
14. 11. 1911
Deutsch
Schlagwörter: Rhamm, Karl Štrekelj, Karl Rhamm, Karl (1910)
Zitiervorschlag: Mathias Murko an Hugo Schuchardt (38-07618). Graz, 14. 11. 1911. Hrsg. von Helena Reimann (2022). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.9802, abgerufen am 14. 06. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.9802.
Graz 14/11 11
Sehr geehrter Herr Hofrat!
Besten Dank für Ihre Mitteilung vom Tode des armen K. Rhamm1. Ich dachte seit Wochen in einem fort an ihn, da ich daran gieng eine Rez. seiner Altslav. Wohnung2 zu schreiben und die einschlägigen Studien auch nach Beginn der Vorlesungen fortsetzte. Mit Wehmut werde ich seiner bei der weiteren Arbeit gedenken. Gern hätte ich mit ihm meine Einwendungen, die sich unter dessen krystallisierten, besprochen, bevor ich sie gedruckt hätte. Sein Idealismus und seine Arbeitskraft verdienten Bewunderung. Mir geht es schlecht mit der Zeit, Ivo wurde am 27. Okt. an einer Luxation operiert und wird 4 Monate verbunden liegen, Vladko wurden gestern die Rachenmandeln genommen |2| und so gibt es immer etwas3. Dazu betrübt mich die schwere Erkrankung Štrekeljs, dem ich so viel Zeit als möglich widme, u. a. auch die Korrektur seiner Volkslieder besorge.
Mit bestem Gruss
MMurko
1 Siehe den vorhergehenden Brief.
2 Karl Rhamm, Ethnographische Beiträge zur germanisch-slawischen Altertumskunde, II. Abt. 2. Teil Germanische Altertümer aus der slawisch-finnischen Urheimat. 1. Buch: Die altslawische Wohnung. Braunschweig: F. Vieweg, 1910.
3 Vladimir (Vladko) und Ivo waren Murkos Söhne.
