Theodor Gartner an Hugo Schuchardt (213-3560)
von Theodor Gartner
an Hugo Schuchardt
14. 07. 1923
Deutsch
Schlagwörter: Vossler, Karl Schuchardt, Hugo (1923) Vossler, Karl (1904)
Zitiervorschlag: Theodor Gartner an Hugo Schuchardt (213-3560). Innsbruck, 14. 07. 1923. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2018). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.9670, abgerufen am 09. 12. 2025. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.9670.
[Postkarte Theodor Gartner Innsbruck, Klaudiastr., 13]
Innsbruck, 14. Juli 1923.
Verehrter Freund!
Nachdem ich schon das dritte, und nicht letztemal Ihren „Indiv.“ gelesen habe,1 danke ich Ihnen innig für den Genuß und die Belehrung. Ich kann mich daran nicht satt lesen, obschon ich auf S. 3 immer zweimal an die Brust klopfen muß: erstens bin ich auch einer von denen, die stets Stoff anhäufen und kaum ein paar grüne Hälmchen hervorgebracht haben, und zweitens muß ich ein Wort Voßlers, auf mich berechnet, variieren: ich habe über vieles nachgedacht, und mein Leben lang zu wenig gelesen.2 – Vor einigen Wochen habe ich Sie gefragt, ob Sie mit dem Sekretär Goethes Sch. in verwandtschaftlichen Beziehungen stehen.3 Haben Sie jene Karte nicht bekommen? Verzeihen Sie meine Neugierde.
Herzl. Gruß
Ihr
Gartner
1 Schuchardt, „Individualismus“, Euphorion. (16. Ergänzungsheft [= Festschrift für Bernhard Seuffert]), 1923, 1-8.
2 Voßler schrieb ( 1904), er habe über vieles „mehr nachgedacht als nachgelesen“, und weiter „die Irrtümer eines selbständig Denkenden sind immer noch hundertmal wertvoller und rühmlicher als die Erfolge eines Gedankenlosen“.
