Adolf Dirr an Hugo Schuchardt (10-02356)

von Adolf Dirr

an Hugo Schuchardt

München

19. 08. 1908

language Deutsch

Schlagwörter: Universität München Phonogrammarchiv (Wien)language Georgischlanguage Udischlanguage Tabassaranischlanguage Awarischlanguage Lesgische Sprachenlanguage Rutulischlanguage Armenischlanguage Tatarisch Wien

Zitiervorschlag: Adolf Dirr an Hugo Schuchardt (10-02356). München, 19. 08. 1908. Hrsg. von Bernhard Hurch (2019). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.9184, abgerufen am 26. 09. 2023. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.9184.


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München, 19 Aug. 1908

Sehr geehrter Herr Professor!

Herr Prof. Hommel 1 hat mir mitgeteilt, wie warm Sie sich darum angenommen haben, um seinen Antrag in der phil. Fakultät zu unterstützen. Ich sage Ihnen dafür meinen tiefgefühlten herzlichen Dank und gebe Ihnen die Versicherung dass ich Alles thun werde um mich der ehrenvollen Ernennung würdig zu erweisen.

In einigen Tagen reise ich ab. Zuerst nach Wien ans Phonogrammarchiv. 2Man hat mir gesagt, Sie brächten einen Teil des Jahres in Wien zu. Sind Sie vielleicht gegenwärtig dort oder in der Umgebung? Eine gef. Antwort würde mich am sichersten Postlagernd Wien treffen.

Mit den herzlichsten Grüssen in Hochachtung

Ihr ergebenster

A. Dirr


1 Fritz Hommel war Professor für Orientalistik an der Universität München. Er hatte, gemeinsam mit dem Sprachwissenschaftler Ernst Kuhn an der philosophischen Fakultät der Universität München die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Adolf Dirr eingereicht. Aufgrund der doch kritischen Rezension Schuchardts von einigen Schriften Dirrs regte Kuhn an, Schuchardt zu interpellieren. Unter den Briefen Hommels an Schuchardt (HSA 04846–04850) gibt es diesbezüglich einen ausführlichen Brief 04848 (vom 3. Juli 1908) und einen Dankesbrief ( 04849 vom 22. Juli 1908), in dem Hommel Schuchardt vom positiven Ergebnis des Verfahrens unterrichtet. Der Nachlaß Hommel an der Bayerischen Staatsbibliothek München enthält keine Gegenbriefe Schuchardts. Auch aus den Akten der Universität geht über dieses Verfahren nichts hervor.

2 Im folgenden Jahr 1909 verfertigte Dirr für das Phonogrammarchiv in Wien (damals: Phonogramm Kommission) vor allem in Tiflis Sprachaufnahmen zu Mingrelisch, Ossetisch, Georgisch, Udisch, Tschetschenisch, Tabassaranisch, sowie in Daghestan zu Agulisch, Awarisch, weiter zu Lesgisch, Rutulisch, aber auch zum Armenischen und Tatarischen und anderen Sprachen der Region. Diese sind bis heute im genannten Archiv aufbewahrt und wurden im Rahmen einer Neuedition historisch bedeutender Aufnahmen digitalisiert und veröffentlicht (vgl. Exner 1922). Entsprechend einer Aufgabenteilung zwischen dem Wiener und dem Berliner Archiv befinden sich die Musikaufnahmen im Phonogrammarchiv des Ethnologischen Museums Berlin.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 02356)