Oszkar Asbóth an Hugo Schuchardt (02-177) Oszkar Asbóth Frank-Rutger Hausmann Institut für Sprachwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System Creative Commons BY-NC 4.0 2022 Graz o:hsa.letter.9091 02-177 Hugo Schuchardt Archiv Herausgeber Bernhard Hurch Karl-Franzens-Universität Graz Österreich Steiermark Graz Karl-Franzens-Universität Graz Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen 177 Oszkar Asbóth Papier Brief 6 Seiten Budapest 1902-12-02 Hugo Schuchardts wissenschaftlicher Nachlass (Bibliothek, Werkmanuskripte und wissenschaftliche Korrespondenz) kam nach seinem Tod 1927 laut Verfügung in seinem Testament als Geschenk an die UB Graz. Frank-Rutger Hausmann 2022 Die Korrespondenz zwischen Oszkar Asbóth und Hugo Schuchardt Hugo Schuchardt Archiv Bernhard Hurch Die Datenmodellierung orientiert sich am DTA-Basisformat, ediarum und der CorrespDesc-SIG. Das auf DTABf-Modellierungsschema wurde für die Zwecke des Projektes angepasst und befindet sich unter Hugo Schuchardt Archiv Das Hugo Schuchardt Archiv widmet sich der Aufarbeitung des Gesamtwerks und des Nachlasses von Hugo Schuchardt (1842-1927). Die Onlinepräsentation stellt alle Schriften sowie eine umfangreiche Sekundärbibliografie zur Verfügung. Die Bearbeitung des Nachlasses legt besonderes Augenmerk auf die Erschließung der Korrespondenz, die zu großen Teilen bereits ediert vorliegt, und der Werkmanuskripte. Rollen-Taxonomie Datumstaxonomie Thesaurustaxonomie Oszkar Asbóth Budapest 1902-12-02 Hugo Schuchardt Hungary Budapest Budapest 19.04045,47.49835 Korrespondenz Oszkar Asbóth - Hugo Schuchardt Korrespondenz Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes Georgisch Russisch Wissenschaft Sprachwissenschaft Brief Deutsch Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Budapest d. 2. Dez. 1902 VI. Munkácsy G. 25 Sehr geehrter Herr Kollege! Als ich Ihre interessante Besprechung v. Muncácsi in d. WZfKM Schuchardt, „Árja és kaukázusi elemek a finn-magyar nyelvekben. I. kötet. Magyar szójegyzék s bevezetésül: A kérdés története“, Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes 16, 1902, 286-297 . las, war mein erster Gedanke Sie zu bitten mir womöglich einen SA. dieser Anzeige zuzusenden. Doch kann ich mir allmälig die wichtigsten Bemerkungen eintragen u. Sie dürften auch keine Sonderabdrucke besitzen. Da ich aber Veranlassung habe mich mit Muncácsi’s Werk eingehender zu beschäftigen, auch durchaus nicht eine so gute Meinung davon habe, wie Sie, so möchte ich Sie, geehrter Herr Kollege, um freundlichen Rath bitten, wie ich mich am raschesten in das Georgische hineinarbeiten könnte. Ich suche vor allem eine rein praktische Grammatik mit verläßlicher Angabe des thatsächlichen Sprachgebrauchs, dann möglichst leichte Lektüre mit Übersetzung, ev. ein handliches Wörterbuch, das mir später bei nicht übersetzten Texten als Schlüssel zum Verständnis dienen könnte, obwohl ich nach den ersten Versuchen wol sehe, daß es zur Benutzung desselben schon eine gehörige Kenntniß des ganzen Sprachstammes bedarf. Deshalb gedenke ich auch so lang als möglich blos Texte mit Übersetzung zu lesen. Eine wissenschaftliche Darstellung nebenbei wäre mir allerdings höchst erwünscht u. ich hoffe sie in Ihrer Abhandlung zu finden, die Brockh. als „Über das Georgische Wien 1895“ zitiert u. die ich bestellt habe. Schuchardt, Über das Georgische, Wien: Selbstverlag des Verfassers, Wien 1895. Erst heute bin ich darauf gekommen, daß Chachanov in d. VII Bd d. WZfKM „Über den Stand der grus. Phil.“ handelt. WZKM 7, 1889, 311-337. Gern möchte ich auch eine Arbeit v. Cagareli Alexander von Zagareli / Cagareli (1844-1929), georg. Sprachwissenschaftler u. Dakradse (über Svanetisch) Auch „Suanisch, Swanisch“ (kaukasische Sprache).verschaffen, zweifle aber daran, daß dieselbe leicht zu bekommen sein werde, da sie vor Jahren erschienen sind ( Цагарели О грам. литера. грузинск. языка 1873 ).Titel im Original kyrillisch. (Sanktpeterburg: Akad. nauk, 1873). Die Arbeiten von Dakradse sind für d. Zwecke d. kauk. Abt. d. k. russ. geogr. Gesellschaft VI. 1864 u. in Kabkabckie Biblteke 1862 erschienen. Cagareli hat auch „Das Buch der Weisheit u. Lüge“, Grusinische Fabel u. Märchen usw.), 17 u. 18 Jh. übersetzt u. erläutert, herausgegeben u. ich habe das Buch bestellt, das aber 1878 erschienen ist, so rechne ich nicht darauf, daß ich es bekomme, auch liegt mir zunächst mehr an ganz anderen Texten, da ich es für das Sicherste halte, immer vom gegenwärtigen Stand der Sprache in die Vergangenheit derselben einzudringen. Sie erwähnen auch das russ. georg. Wörterbuch von T Čubinov Davit' Č'ubinašvili / David Iseevič Čubinov, Gruzinsko-russko-francuzskij slovar, Sankt-Peterburg, Tip. Imp. Akad. Nauk, 1840. , ich glaub beinahe, daß mir dies gegenwärtig bessere Dienste leisten würde, als der wol auch schon theil- weise veraltete I Theil, wo das Georgische voran steht. Darf ich um eine ganz knappe Charakteristik dieses russ. georg. Wrtb. bitten? Enthält es auch Phraseologie, etwa gar literarische Nachweise? Und wenn Sie auch noch auf die Frage antworten können, was kann es ungefähr kosten, d. h. ist es nicht sehr umfangreich? Und jetzt, sehr geehrter Herr Kollege, entschuldigen Sie meine nichts andres wollende Frage. Sie werden dieselbe wahrscheinlich verstehen, wenn ich Ihnen sage, daß ich im ersten Eifer Erckerts Buch Roderich von Erckert, Die Sprachen des kaukasischen Stammes, mit einer lithographierten Sprachenkarte, Wien: Hölder, 1895. u. Brosset’s Grammatik Marie Félicité Brosset, L' art libéral, ou Grammaire géorgienne, Paris: Impr. Lithographique de Roissy, 1834. in die Hand bekommen habe u. daß ich einstweilen, bis ich Verläßlicheres habe, auf so schwankem Fahrzeug dahinsteure. Ich brenne vor Begier, bald etwas zu bekommen, auf das ich sicher u. beruhigt bauen kann. Herr Kollege hat gewiß hundert und hundertmal dieses erste Stadium des Studiums einer neuen Sprache durchgemacht u. werden ein Verständnis für meine Noth haben. Daher ich mich in meiner Noth an den Mann gewandt habe, der im Stande ist mir zu helfen, werden Sie mir gewiß nicht verargen. Also nochmals meine Bitte wiederholend Mit ausgez. Hochachtung Ihr ergebener Dr. O. Ásbóth