Oszkar Asbóth an Hugo Schuchardt (01-176) Oszkar Asbóth Frank-Rutger Hausmann Institut für Sprachwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System Creative Commons BY-NC 4.0 2022 Graz o:hsa.letter.9090 01-176 Hugo Schuchardt Archiv Herausgeber Bernhard Hurch Karl-Franzens-Universität Graz Österreich Steiermark Graz Karl-Franzens-Universität Graz Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen 176 Oszkar Asbóth Papier Brief 4 Seiten Budapest 1901-03-17 Hugo Schuchardts wissenschaftlicher Nachlass (Bibliothek, Werkmanuskripte und wissenschaftliche Korrespondenz) kam nach seinem Tod 1927 laut Verfügung in seinem Testament als Geschenk an die UB Graz. Frank-Rutger Hausmann 2022 Die Korrespondenz zwischen Oszkar Asbóth und Hugo Schuchardt Hugo Schuchardt Archiv Bernhard Hurch Die Datenmodellierung orientiert sich am DTA-Basisformat, ediarum und der CorrespDesc-SIG. Das auf DTABf-Modellierungsschema wurde für die Zwecke des Projektes angepasst und befindet sich unter Hugo Schuchardt Archiv Das Hugo Schuchardt Archiv widmet sich der Aufarbeitung des Gesamtwerks und des Nachlasses von Hugo Schuchardt (1842-1927). Die Onlinepräsentation stellt alle Schriften sowie eine umfangreiche Sekundärbibliografie zur Verfügung. Die Bearbeitung des Nachlasses legt besonderes Augenmerk auf die Erschließung der Korrespondenz, die zu großen Teilen bereits ediert vorliegt, und der Werkmanuskripte. Rollen-Taxonomie Datumstaxonomie Thesaurustaxonomie Oszkar Asbóth Budapest 1901-03-17 Hugo Schuchardt Hungary Budapest Budapest 19.04045,47.49835 Korrespondenz Oszkar Asbóth - Hugo Schuchardt Korrespondenz Verlagsbuchhandlung A. Hartleben Georgisch Wissenschaft Sprachwissenschaft Brief Deutsch Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Budapest, 17 März 1901 Geehrter Herr Kollege! Besten Dank für Ihre beiden freundlichen Karten! Bes. die letzte hat mich sehr gefreut, hat sie mir doch ganz neue Aussichten eröffnet, denen ich möglichst entgegenzukommen gesucht habe. Ich habe gleich an die Verl.buchh. Hartleben Bekannter deutsch-österreichischer Verlag (mit wechselhafter Geschichte). u. an Herrn Dirr Adolf Dirr (1867-1930), deutscher Philologe, Linguist, Ethnologe und Kaukasusforscher; vgl. HSA 02347-02369.geschrieben. An Masing Wolf, Nachlaß, 47 u. 263 vermutet, es handele sich um Emil Masing und gibt, richtig, dessen Geburtsdatum mit 1839 an. Er war aber zum Zeitpunkt der Briefabfassung bereits seit drei Jahren verstorben († 1898). Möglicherweise handelt es sich um seinen Sohn Oskar (1874-1947), der später ein bekannter Baltist wurde.schreibe ich vielleicht später einmal. Von Hartleben habe ich schon Antwort: Die Grammatik schreibt - Dirr! Der Druck geht langsam von Statten, so daß dieselbe erst im Herbst erscheinen wird. Das war mit ein Grund der freundlichen Aufforderung mich an der Korrektur zu beteiligen nicht aus dem Wege zu gehen: so lerne ich wenigstens die Grammatik schon vorher u. auf das Gründlichste kennen. Wie die folgenden Briefe zeigen, hat sich erstens der Druck noch weiter hinausgezögert, und hat sich zweitens Asboth tatsächlich in den Korrekturvorgang eingebracht. Auch habe ich bis zur Vollendung derselben noch Zeit genug gewaltige Fortschritte zu machen. Meine Lieblingslektüre ist gegenwärtig das Buch der Lüge u. der Wahrheit von Oberliani, das ich mit Cagarelli‘s Übersetzung mit wahrem Hochgenusse lese. Sulxan-Saba Orbeliani, Çigni sibdrdzne – sicrwisa, Tphilisi,1903.- Die Weisheit der Lüge , eine Sammlung von Fabeln und Erzählungen, die Sulkhan-Saba Orbeliani zwischen 1686 und 1695 geschrieben hat.Bin ich damit fertig, so gedenke ich auch 1001 Nacht u. die Andersenschen Märchen zu lesen, doch lese ich schon jetzt auch Originalmärchen. Die literar. Gesellschaft in Tiflis hat mich mit der liebenswürdigen Erklärung überrascht, daß sie mir alle georg. Bücher auf Wunsch unentgeltlich zusenden will! So gilt es also nur mächtig vorwärts zu streben, um den angebotenen Schatz zu heben u. derartiges Entgegenkommen gibt Flügel! Inzwischen ist der Kampf zwischen mir u. Munkácsi Bernhard Munkáksi (1860-1937), Schreibung meist „Munkácsy“, ungar. Orientalist; vgl. HSA 07597-07601. in lichter Flamme ausgebrochen. Sie werden, bis Sie zurückkommen ein ganz furchtbares (??) Wundenregister schon beisammen finden. Doch muß ich schon gestehen, daß dies nicht die erquicklichste Seite meiner kaukasischen Studien bildet, doch dem Mann mußte man einmal den Spiegel vorhalten. Ich werde unbeirrt dadurch meinen Weg weitergehn u. plane für das nächste Jahr womöglich einen Ausflug nach Tiflis. Für heute muß ich mich schon damit begnügen, in Petersburg jem. zu suchen, der georgisch kann, ev. vom Slavistentag einen kurzen Abstecher nach Moskau zu machen, um dort Chachanov Aleksander Salomonovich Chachanov / Khakhanov (1864-1912), vgl. HSA 05534 (vgl. Wolf, Nachlaß, 38, mit falschen bzw. unvollständigen Lebensdaten).aufzusuchen u. mir einige georg. Texte vorlesen zu lassen. Dort erfahre ich auch, ob vom kauk. сборник nicht einzelne Bände zu haben sind (X.II svanisch u. mingrelisch interessiren mich bes.), Sbornik materialov dlja opisanija mestnostej i plemen kavkaza da die Anschaffung des ganzen Werkes f. unsere Bibliotheken zu theuer ist. Kennen Sie vielleicht eine Bibliothek, etwa in Wien od. sonst wo, die das große Sammelwerk besitzt? – Ihre Abh. über das Georgische Schuchardt, Über das Georgische, Wien: Selbstverlag des Verfassers, 1895. hoffte ich auch wenigstens leihweise mir verschaffen zu können, doch in W. ist es nicht zu haben. Mit freundlichem Gruß u. nochmaligem Dank Ihr ganz ergebener O. Ásbóth