Anna von Zwiedineck an Hugo Schuchardt (101-13158)

von Anna von Zwiedineck

an Hugo Schuchardt

Unbekannt

Unbekannt

language Deutsch

Zitiervorschlag: Anna von Zwiedineck an Hugo Schuchardt (101-13158). Unbekannt. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2021). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.9087, abgerufen am 04. 03. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.9087.


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Dienstag 12.1

Lieber und verehrter Freund

es thut mir so sehr leid – daß Sie mich so gänzlich aus dem Kreise Ihrer Erinnerungen gestrichen zu haben scheinen! Man sieht Sie gar nicht mehr – und ich bin doch so viel zu Hause, daß man einen Versuch machen könnte mich zu treffen -! Es geht Ihnen wieder besser Gottlob wie ich von allen Seiten höre – nur sollen Sie nicht gut aussehen – gewiß leiden Sie an den Folgen einer Art Influenza. |2| Ich wollte Ihnen schon längst ein paar Zeilen schreiben, um Ihnen zu zeigen, daß ich mich mit Ihnen beschäftige – – aber – fragen Sie mich nicht was immer die Hand hemmt u. den Gedanken nicht zur That werden läßt! – Ich bin eine schwerfällige Natur – und muß so manches in der 2. Generation miterleben – was mir die Nächte schlafloser macht – als den handelnden Personen selbst.

„Der großen Sorge Segen ist Daß sie die vielen kleinen frißt!“

Auf Wiedersehen – entre chien et loup hofft baldigst Ihre alte theilnehmende

Anna Zwiedineck


1 Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Datierung.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 13158)