Jakob Jud an Hugo Schuchardt (10-05159)
von Jakob Jud
an Hugo Schuchardt
28. 02. 1912
Deutsch
Schlagwörter: Universität Graz
Zitiervorschlag: Jakob Jud an Hugo Schuchardt (10-05159). Zürich, 28. 02. 1912. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2019). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.8490, abgerufen am 11. 05. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.8490.
26.II 12
Geehrter Herr Professor!
Es ist eine unerfreuliche Aufgabe, ein etymologisches Werk zu besprechen und doch musste die Kritik des Amtes walten, damit die folgenden Faszikel in ihrem Drucke sorgfältig überwacht würden. – Dass der kleine Saggio aus dem Bulletin de dialect rom recht unvollkommen ist, weiss ich nur allzu genau, aber ich wollte einmal einer gewissen mit Lautgesetzen |2| arbeitenden oberital. etymol. Forschung etwelche neue Gesichtspunkte eröffnen:1 nicht nur lateinisches, sondern auch vorlateinisches Gut steckt in diesen Alpenmundarten. Wenn nun in der Ansetzung der Etyma etwas vorsichtiger vorgegangen wird, so ist der Zweck der Arbeit erfüllt.
Darf ich Sie freundl bitten, beiligende Seite dem Exemplar von H. Prof. Cornu2 beizulegen.
Herzl Wünsche Ihr ergeb
J. Jud
1 Vermutlich Juds Besprechung von M. Pellis, Elementi germanici, Appunti etimologici, L’epitesi nel friulano, Bricciole etimologiche, Il Sonziaco , in: Bulletin de dialectologie romane IV, 1912, 50f.
2 Jules Cornu (1849-1919), schweiz.-österr. Romanist, Nachfolger Schuchardts in Graz; vgl. HSA 01710-01842. In dieser Korrespondenz wird Jud jedoch nur am Rande erwähnt.
