Alphons Leopold Mielich an Hugo Schuchardt (04-07360)

von Alphons Leopold Mielich

an Hugo Schuchardt

Leogang im Pinzgau

03. 01. 1897

language Deutsch

Zitiervorschlag: Alphons Leopold Mielich an Hugo Schuchardt (04-07360). Leogang im Pinzgau, 03. 01. 1897. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2019). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.8070, abgerufen am 11. 02. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.8070.


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Leogang in Pinzgau
am 3./1. 1897

Hochgeehrter Herr Professor!

In Erwiderung Ihres letzten Schreibens möchte ich folgendes neu hinzufügen und endgiltig ein Resumé ziehen . .

Im ersten Schreiben bekannten Sie eine Unthunlichkeit die Handschriften einer decidirten Schätzung unterziehen zu können etc. etc.

Ich bin von meiner ursprünglichen Preisschätzung sofort auf die Hälfte zurückgegangen und |2| Sie müssten doch aus meinen Angaben entnehmen, dass dies annähernd dem effectiven Ankaufspreis gleichkam, wobei wohl das Hauptmotiv für eine Reduction darin lag – endlich die ganze Angelegenheit erledigt zu wissen, ohne mit den Büchern ins Ausland zu müssen –

Dieselben aber für 300 fl wegzugeben ist ganz und gar ausgeschlossen, weil ich doch – aus verschiedenen Andeutungen und Besprechungen – zuversichtlich annehmen kann, in London Paris oder Berlin etc, einen derartig erhöhten Preis zu erzielen, dass es wohl dafürsteht die hiezu nöthigen Schritte zu unternehmen –

Wenn ich dennoch das Äusserste thue und Ihnen die Hdschr. incl. der einzelnen losen Blätter für den Betrag von 420 – 450 fl |3| überlasse – so mögen Sie daraus mein Entgegenkommen ersehen – sich aber auch vollkommen überzeugt halten – dass dies lediglich daraus entspringt 1.) die Hdschr. in Österr. zu wissen u. 2.) die Angelegenheit endlich erledigt zu wissen –

Diese beiden Motive sind die einzigen für mein Entgegenkommen – dess mögen Sie sich, hochgeehrt. Herr Prof. voll versichert halten.

Ich werde noch cirka 8 Tage hier bleiben und so lange keine weiteren Schritte unternehmen – Ihnen also bis dahin mein letztes Angebot aufrecht erhalten. –

Wieder nach Wien zurückgekehrt, muss ich dann wohl mich anderweitig umsehen, eine günstigere Verwerthung zu erzielen. –

Nochmals will ich erwähnen, dass eine weitere Reduction |4| des Preises ganz ausgeschlossen ist und ich mit diesem Angebot nur bis 10. dMts zuwarten kann. –

Hochachtungsvoll

Ihr

Sehr ergeb.

A. L. Mielich

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 07360)