Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (32-04395)

von Adolf Harpf

an Hugo Schuchardt

Leoben

25. 08. 1914

language Deutsch

Zitiervorschlag: Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (32-04395). Leoben, 25. 08. 1914. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2020). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.7973, abgerufen am 06. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.7973.


|1||2|

[Postkarte,
LEOBEN 25-VIII-14]

Banzai, banzai!1

Doch nicht Albion

Und nicht Nippon –

Hoch lebe die Schalmei

Des Friedens, die zum Krieg uns bläst,

Der Bläser selber hoch soll leben,

Der nun doch wohl vom Traum genest,

Des Friedens, den es nie wird geben,

Des ewigen im Völkerleben!

A. H.
Leoben, 25. Erntlings 1914


1 Japanischer Hochruf, wörtlich „zehntausend Jahre“, dann allgemein „unzählige Jahre“; auch Kriegsruf bei Angriffen japanischer Truppen. Harpf antwortet Schuchardt auf seine Verse „Kiautschau“, Grazer Tagespost, 25. August 1914, die gegen Albion und Nippon (Großbritannien und Japan) gerichtet sind und enden: „Dann mögt ihr eure Siegesflagge hissen / und rufen: Banzai, Albion und Nippon“. Die deutsche Kolonie Kiautschau, Kiautschou kam nach der erfolgreichen Belagerung von Tsingtau (13.9. bis 7.11.1914) durch japanische und britische Truppen unter japanische Verwaltung. Offenkundig war über den vereinten britisch-japanischen Angriff schon vorher etwas in der Presse zu lesen.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04395)