Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (19-04382)

von Adolf Harpf

an Hugo Schuchardt

Leoben

25. 05. 1908

language Deutsch

Zitiervorschlag: Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (19-04382). Leoben, 25. 05. 1908. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2020). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.7960, abgerufen am 06. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.7960.


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[Korrespondenz-Karte,
LEOBEN 25-V-08]

Hochgeehrter Herr Hofrath!

Die Thonringe1 sind nichts Vorzeitliches – es sind die Ringe zur Beschwerung der Fischernetze, welche im Birket-el-Karûn gebräulich sind, und welche ich Ihnen seinerzeit brieflich versprochen habe. |2| Ad vocem Academie wäre ich neugierig, wie sich diese zur geplanten Errichtung eines oesterr.-aegyptol. Institutes in Cairo stellt – wenn dieses auch vorerst kaum etwas Anderes als eine polnische Versorgungsveranstaltung darstellen würde2. Auf der Herfahrt bin ich in Graz nicht ausgestiegen, denn ich weiß aus wiederholter Erfahrung, daß ich frisch aus Aegÿpten kommend, einige Zeit strengen Hausarrest halten muß, zudem regnete es, als ich durchfuhr und Magen- u. Eingeweideverstimmung, die noch nicht gewichen ist, brachte ich mir ohnehin – wie gewöhnlich – mit.

Ihr Ergebenster
Harpf


1 Vgl. HSA 04380 (dort ist allerdings von Tonrollen die Rede). Es handelt sich vermutlich um „Netzsenker“ und werden heute im Volkskundemuseum Wien aufbewahrt ( ÖMV/63.464).

2 Vgl. dazu Rudolf Agstner, Die österreichisch-ungarische Kolonie in Kairo vor dem Ersten Weltkrieg. Das Matrikelbuch des k. u. k. Konsulates Kairo 1908-1914, Kairo 1994 (Schriften des Österreichischen Kulturinstitutes Kairo; 7):

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04382)