Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (08-04371)

von Adolf Harpf

an Hugo Schuchardt

Leoben

29. 07. 1903

language Deutsch

Schlagwörter: Magazin für die Literatur des Auslandes Hagen (=Harpf), Adolf (1903) Hagen (=Harpf), Adolf (1904)

Zitiervorschlag: Adolf Harpf an Hugo Schuchardt (08-04371). Leoben, 29. 07. 1903. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2020). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.7949, abgerufen am 06. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.7949.


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Dr. Adolf Harpf’s
Buchdruckerei Knittelfeld
62 Postgasse Knittelfeld Postgasse 62
Verlag und Inseraten-Annahme der „Obersteirischen Volkszeitung“
Leoben am 29. Juli 1903.

Hochgeehrter Herr Hofrath!
Verehrter Lehrer!

Ich gestatte mir Ihnen gleichzeitig mein soeben erscheinendes Buch: „Aus Heimat und Fremde“1 zugehen zu lassen und bitte, es als Erinnerung an den letzten aegyptischen Winter entgegenzunehmen. Die letzten und jüngsten sieben Aufsätze behandeln nämlich Egypten, es sind die Feuilletons, die ich in den letzten Jahren in verschiedenen Zeitungen namentlich Wiener Blättern – zum Theile aber sehr verstümmelt erscheinen sah. Hauptsächlich auch wegen dieser Verstümmelungen fühlte ich mich gedrängt, die Aufsätze, in denen ich nach meinem Bewußtsein wenigstens kein unnützes Wort sagte, |2| nochmals hier in meiner Feuilletonsammlung zusammenzufassen, die der Zeit des Entstehens der einzelnen Stücke gemäß einen Zeitraum von 20 Jahren umspannt.

Haschîsch erschien erst jüngst im Magazin für Litteratur in Leipzig-Reudnitz und wird von diesem Verlage noch als besondere Broschüre herausgegeben2. Neben Haschîsch finden Sie im Buche den Ihnen schon bekannten Aufsatz „Ueber aegyptische Fischerei“ – aber hier in neuer, und giltiger Fassung. Sie hatten seinerzeit die Güte, mir brieflich in Aussicht zu stellen, daß Sie sich bei gegebenem Anlasse darauf berufen würden, daß ich Sie auf meinen englischen Gewährsmann aufmerksam machte.

Vielleicht hätten Sie nun die Güte, beim Vorkommen eines solchen Anlasses einfacher auf meinen Aufsatz selbst, wie er jetzt vorliegt, zu beziehen.3|3| Die letzten drei Aufsätze des Buches behandeln meinen jüngsten Ausflug ins aegyptische Oberland. Ich danke Ihnen nochmals herzlichst dafür, daß Sie mich seinerzeit veranlaßten, Ihnen über diesen Ausflug brieflichen Bericht zu erstatten. Der Bericht ist, wie Sie bemerken, zum Knochengerüste für die Aufsätze geworden, die daran gleichsam von selbst erwuchsen, einfach genährt aus meinen bisherigen Erfahrungen über Aegyptens Land und Leute.

Im nächsten Winter gedenke ich, wenn anders meine Weiber und Kinder nicht die Kasse zu sehr in Anspruch nehmen und so jedes weitere Reiseprojekt zu Wasser machen – in den Sudan zu gehen. Würden Sie nicht doch dahin mitthun? Jedenfalls hoffe und wünsche ich mir, Sie hochverehrter Lehrer, wenn nicht früher in Graz, so sicherlich im Winter in unserem lieben Aegypten wieder zu treffen.

Hochachtend
DrAdolf Harpf
, Leoben Stm.


1 Adolf Hagen (=Harpf), Aus Heimat und Fremde. Erlebnisse und Ergebnisse, Leipzig: Werner, 1903.

2 Adolf Hagen (=Harpf), Haschisch, Leipzig: J. Hegner, 1904.

3 Kein Nachweis gefunden.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04371)