Alois Pogatscher an Hugo Schuchardt (14-08902) Alois Pogatscher Frank-Rutger Hausmann Institut für Sprachwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System Creative Commons BY-NC 4.0 2022 Graz o:hsa.letter.6905 14-08902 Hugo Schuchardt Archiv Herausgeber Bernhard Hurch Karl-Franzens-Universität Graz Österreich Steiermark Graz Karl-Franzens-Universität Graz Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen 08902 Alois Pogatscher Papier Brief 3 Seiten Straßburg 1886-06-07 Hugo Schuchardts wissenschaftlicher Nachlass (Bibliothek, Werkmanuskripte und wissenschaftliche Korrespondenz) kam nach seinem Tod 1927 laut Verfügung in seinem Testament als Geschenk an die UB Graz. Frank-Rutger Hausmann 2019 Die Korrespondenz zwischen Alois Pogatscher und Hugo Schuchardt Hugo Schuchardt Archiv Bernhard Hurch Die Datenmodellierung orientiert sich am DTA-Basisformat, ediarum und der CorrespDesc-SIG. Das auf DTABf-Modellierungsschema wurde für die Zwecke des Projektes angepasst und befindet sich unter Hugo Schuchardt Archiv Das Hugo Schuchardt Archiv widmet sich der Aufarbeitung des Gesamtwerks und des Nachlasses von Hugo Schuchardt (1842-1927). Die Onlinepräsentation stellt alle Schriften sowie eine umfangreiche Sekundärbibliografie zur Verfügung. Die Bearbeitung des Nachlasses legt besonderes Augenmerk auf die Erschließung der Korrespondenz, die zu großen Teilen bereits ediert vorliegt, und der Werkmanuskripte. Rollen-Taxonomie Datumstaxonomie Thesaurustaxonomie Alois Pogatscher Straßburg 1886-06-07 Hugo Schuchardt France Strasbourg Strasbourg 7.74553,48.58392 Korrespondenz Alois Pogatscher - Hugo Schuchardt Korrespondenz Altfranzösisch Altgriechisch Wissenschaft Sprachwissenschaft Brief Deutsch Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Strassburg 7. Juni 1886. Verehrter Herr Professor, Ich bedaure, augenblicklich Niemanden nennen zu können, der im Stande wäre, eine entsprechende Anzeige zu schreiben; doch könnte ich ein bisschen bei meinen Bekannten in England Umfrage halten. Soll ich an Jemanden schreiben? Die letzte Zeit war ich recht fleissig und bin merklich vorwärts gekommen. Die Arbeit über die Lehnwörter, über welcher ich, wie Sie wissen, jetzt brüte, ist in den allgemeinen Umrissen fertig; sie war weit schwieriger als ich anfangs gedacht hatte; ja hätte ich alle Schwierigkeiten voraussehen können, hätte ich vielleicht nicht Mut genug gehabt sie zu unternehmen. Nun bin ich aber froh, doch so mir nichts dir nichts dreingegriffen zu haben. Wenn sich meine Aufstellungen behaupten lassen, so hoffe ich brauchbares Material zur Chronologie der afrz. und ags. Lauterscheinungen beigebracht zu haben; auch für die Culturgeschichte dürfte mancher nützliche, wenn auch nicht gerade bedeutende Baustein abgefallen sein. Schliesslich wird diese für nicht litterarische Perioden doch immer von der Sprachwissenschaft abhängig bleiben; die Datirungen der letzten sind meist sicherer und schärfer als historische Schlüsse. Morgen will ich im englischen Seminar ein Capitel meiner Arbeit, nämlich über die Chronlogie der ags. Umlautserscheinungen, vorlegenVermutlich ist das Kap. „Zur Chonologie des i-Umlauts“ (S. 126-141) der Diss. Zur Lautlehre der griechischen, lateinischen und romanischen Lehnworte im Altenglischen ) gemeint. – Pogatscher wurde auch von Gröber gefördert. Er schreibt Schuchardt am 10.6.1886: „Pogatscher will in der letzten Woche des Juli dem Colloquium sich unterziehen. Seine Arbeit, über die wir viel miteinander gesprochen haben ist zwar, wie er sagt, noch nicht abgeschlossen, bietet aber soviel Interessantes, daß sie für seinen nächsten Zweck mehr als ausreicht“ (HSA 062-04060). und eine Debatte unterziehen lassen; die Sache ist insofern von Interesse, als sich der Umlaut in vorlitterarischer Zeit vollzogen hat und daher in seinem Verlaufe nur schwer zu verfolgen ist; doch mit Hilfe der Lehnwörter glaube ich für seine Hauptstadien nicht bloss relative, sondern absolute Zeitgrenzen feststellen zu können. Gelingt dies, so erhalten natürlich alle umliegenden relativen Datirungen der relativen Lauterscheinungen festen Halt. Leider sind meine Kenntnisse im Romanischen unzureichend. Franz, Wilhelm Franz, Die lateinisch-romanischen Elemente im Althochdeutschen , Strassburg: Trübner, 1883. der eine gleiche Arbeit für das and. Gebiet gemacht hat, war Romanist ex professo, und in der That stellt eine solche Arbeit mindestens gleiche Anforderungen an rom. wie an germ. Vorbilder. Doch Prof. Gröber ist mir immer sehr gütig an die Hand gegangen. Er ist – was ich neben seiner eigenen Liebenswürdigkeit Ihrer freundlichen Empfehlung verdanke – ausserordentlich entgegenkommend und hat mir auch im persönlichen Verkehr vielfach Förderung zukommen lassen. Es freut mich zu hören, dass die Universität einen brauchbaren Lector bekommen soll; auch sonst dürfte die Stadt Vortheil daraus ziehen, da seit Jahren kein tüchtiger Privatlehrer des Englischen in Graz war.Von 1877 bis 1886 hatte Adolf Oppler das Lektorat ausgefüllt. Fill / Kernbauer, 1993, nennen keinen Nachfolger. Vor einigen Tagen erst habe ich erfahren, dass Prof. Richter Eduard Richter (1847-1905), seit 6.2.1886 Geographie-Ordinarius in Graz. nach Graz berufen wurde; er wird sich jetzt wohl glücklich schätzen. Hoffentlich befinden Sie sich, verehrter Herr Professor, wohl. Haben Sie für die Ferien grössere Reisepläne vor? Ich denke auch bereits ans Wandern, doch weiss ich noch nicht recht, wohin ich gehen soll; ich hatte vor, nach England oder nach Italien zu gehen, wo ich mich mit altenglischen Texten beschäftigen wollte. Aber ich bin noch unentschlossen. Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hochachtung zeichne ich mich Ergebenst APogatscher