Hugo Schuchardt an Reinhold Köhler (100-S.359-360)

von Hugo Schuchardt

an Reinhold Köhler

Unbekannt

Unbekannt

language Deutsch

Schlagwörter: Decameron Paris, Gaston Paris Rom

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Reinhold Köhler (100-S.359-360). Unbekannt. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2019). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.6751, abgerufen am 29. 11. 2023. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.6751.


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[o. D. (vermutlich Ende Februar / Anfang März 1874 ?)]1

Lieber Freund!

[S. 359-360]

Besten Dank für die übersandten Bücher. Wenn ich nach Paris gehe bin ich gern bereit, Ihnen dort was Sie wünschen sollten, zu besorgen. Ich habe an G. Paris vor einiger Zeit geschrieben, um ihn wegen eines Pariser Aufenthalts um Rath zu fragen; denn die Stimmung gegen die Deutschen, welche jetzt dort noch zu herrschen scheint,2 macht jeden unbefangenen Verkehr für uns zweifelhaft. Bis jetzt habe ich keine Antwort erhalten.3 Wenn nicht nach Paris, gedenke ich nach Rom zu gehen, wohin mein Herz mich eigentlich mehr zieht.

Mit herzlichstem Gruß

Ihr

Schuchardt

Göthe’s Ballade vom v. u. z. Grafen4 hat merkwürdige Ähnlichkeit mit einer Episode im Decameron. Ist darauf schon hingewiesen worden? Göthe schöpfte eigenem Geständnis zufolge, aus einer altenglischen Ballade.5


1 Zu diesem Zeitpunkt begann Schuchardt seine Parisreise.

2 Eine Folge des Deutsch-französischen Kriegs 1870/71.

3 HSA 08567 u. 08568 datieren vom 14. bzw. 28.4.1874.

4 Ballade vom vertriebenen und zurückkehrenden Grafen.

5 „Der Stoff vermischt Motive der Novelle vom Grafen von Angers aus Boccaccios ,Decamerone‘ mit Motiven aus der altschottischen Ballade ,The beggar’s daughter of Bednall Green‘ aus Percys ,Reliques of Ancient English Poetry‘“ ( Erich Trunz, Goethes Werke, München: Beck, 1996, I, 670 ).

Faksimiles: Die Verwendung dieses Exemplars im „Hugo Schuchardt Archiv” wurde von der Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs gestattet. (Sig. S.359)