Theodor Gartner an Hugo Schuchardt (020-03367)

von Theodor Gartner

an Hugo Schuchardt

Wien

04. 03. 1884

language Deutsch

Schlagwörter: Pronomenlanguage Nordostkaukasische Sprachen (nacho-dagestanische Sprachen) Brugmann, Karl Friedrich Christian

Zitiervorschlag: Theodor Gartner an Hugo Schuchardt (020-03367). Wien, 04. 03. 1884. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2018). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.6523, abgerufen am 10. 12. 2023. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.6523.


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V. H. Pr.!

„Sich anbrennen“ sagt man zuweilen (st. des gewöhnlichen absol. „anbrennen“) von Sachen, z.B. Gerichten, welche nicht ganz sondern nur an einem Ende, einer Fläche verbrennen. in demselben Sinne (der örtlichen Beschränkung) sagt man auch von e. Person, sie habe sich z.B. die Schürze angebrannt (od. verbrannt). – Sich prahlen st. prahlen ist in Wien allgemein üblich. – Einen warten habe ich schon oft gehört, aber nur von Juden. – Die Zeit irgendwo durchbringen (passer) ist e. gewöhnlicher Ausdruck. – Anstoßen (= verstoßen gegen etw. od. jmd.) ist zwar üblich, aber ohne eine bestimmte Angabe des Ortes (Objectes); also z.B. mit solchen Manieren wirst du überall anstoßen; anrennen bei etw. od. jmd. sagt man auch. – Zusammenstoßen ganz absolut = far brindisi ganz gebräuchlich. – Hingegen kenne ich nicht „s. vermessen einem“, „starren“, „zusperren jmd.“, „erfreien“.

Meinen verbindlichsten Dank für die Notiz über Brugmann.

Mit hochachtungsvollem Gruße

Ihr

ergebener

Gartner

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Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 03367)