Hermann Niemeyer an Hugo Schuchardt (13-07862)
von Hermann Niemeyer
an Hugo Schuchardt
18. 07. 1923
Deutsch
Schlagwörter: Vertrieb und Absatz (Publikationswesen) Druckwesen Karras-Verlag Manuskriptversand
Zitiervorschlag: Hermann Niemeyer an Hugo Schuchardt (13-07862). Halle, 18. 07. 1923. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2018). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.6484, abgerufen am 15. 12. 2025. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.6484.
Max Niemeyer
Verlag
Fernsprechanschluß 2218. Halle a. S., den 18.Juli 1923
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Herrn Geheimrat Prof.Dr.Schuchardt
Graz
Sehr verehrter Herr Geheimrat!
Entschuldigen Sie bitte zunächst, daß ich Ihnen erst heute auf Ihr Schreiben vom 2.7. Antwort gebe. Ich war zu sehr überlastet mit Arbeiten, mit Manuskriptlesen und mußte noch nebenbei außergewöhnlich viel Besuche empfangen. Da ich nunmehr bald in die Sommerfrische fahren möchte, wäre mir sehr daran gelegen, in Ihrer Angelegenheit so rasch wie möglich zum Ziele zu kommen. Ich wiederhole Ihnen, daß ich sehr gern bereit bin, Ihre Schrift „Die Einführung in das Baskische“ zu drucken. Ich dachte daran eine Auflage von höchstens 6-800 Exemplaren zu drucken. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie zu diesem Vorschlag noch Stellung nehmen wollen. In Kleinquart habe ich ein schönes holzfreies Papier vorrätig, von dem ich Ihnen beifolgend einen Probebogen übersende. Ich glaube, daß das Format dazu passen wird. Über die Trennungspunkte an der oberen Kante der Buchstaben werden im Satz keine Schwierigkeit[en] sein. Ich möchte gern das Buch hier bei Karras drucken lassen, würden Sie so freundlich sein und das Manuskript eingeschrieben so bald wie möglich an meinen Verlag absenden. Ich lasse dann unter Berücksichtigung aller meiner Angaben eine kleine Druckprobe anfertigen, die ich Ihnen zur Begutachtung vorlegen werde. Sobald ich Ihre Rückäusserung in Händen habe, würde einer raschen Drucklegung nichts mehr im Wege stehen. Bedenken wegen eines etwaigen Verlustes des Manuskriptes hege ich nicht. Mir sind noch keine Einschreibesendungen, selbst aus dem Auslande verloren gegangen. Mir ist es sehr angenehm, daß Sie |2| auf eine Unterstützung aus Paris verzichten, ich für mein Teil würde von einem Franzosen keinen Pfennig annehmen. Mit dem von Ihnen vorgeschlagenen Titel und Untertitel bin ich sehr einverstanden. Ihre Frage ob es zweckentsprechend sei, zu Ihrem Namen noch hinzuzufügen „Ehrenmitglied der Akademie für baskische Sprache“,1 kann ich nur dahin beantworten, daß ich überzeugt bin, daß es für den Absatz des Buches belanglos sein wird, denn Ihr Name ist in der ganzen wissenschaftlichen Welt auch ohne irgendwelchen Titelschmuck hinreichend bekannt. Die Entscheidung über diese Frage muß ich daher Ihnen überlassen. Ich bitte Sie also nochmals, das Manuskript zu senden. Sollte ich schon in der Sommerfrische weilen, hinterlasse ich meinem Vertreter und dem Drucker genaue Hinweisungen wie die ganze Materie zu behandel[n] ist.
Ich verbleibe mit hochachtungsvoller Begrüßung, Ihr sehr ergebener
Max Niemeyer
1 Schuchardt war gemeinsam mit Julien Vinson und Christianus Cornelius Uhlenbeck am 21. September 1919 zum miembro honorario der Real Academia de la Lengua Vasca Euskaltzaindia gewählt worden.
