Hugo Schuchardt an Georges Lacombe (404-228)

von Hugo Schuchardt

an Georges Lacombe

Graz

27. 10. 1921

language Deutsch

Schlagwörter: language Iberischlanguage Griechisch Uhlenbeck, Christian Cornelius Nyrop, Kristoffer Bonaparte, Louis Lucien Apraiz Buesa, Odón de Urquijo Ybarra, Julio de Nizza Schuchardt, Hugo (1870) Schuchardt, Hugo (1898) Schuchardt, Hugo (1919)

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Georges Lacombe (404-228). Graz, 27. 10. 1921. Hrsg. von Katrin Purgay (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.6096, abgerufen am 27. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.6096.


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Graz, 27. Okt. 1921.

Lieber Freund,

Ich habe Ihnen eben mein Sündenverzeichnis geschickt und will nicht unterlassen, einige Bemerkungen dazu zu machen. Es sind ein paar Versehen darin, aber sehr kleine. Lücken verschiedene, auch größere; so fehlt meine Habilitationsschrift von 1870 (über Lautwandel im graubündner Ladinisch). Ich würde Ihnen ein verbessertes und ergänztes Exemplar geschickt haben, wenn nicht ein solches, besonders mit dem Gedruckten des letzten Lustrums schon unterwegs d.h. unter der Presse wäre. Aber es ist das ein Unternehmen das nicht von |2| mir ausgeht, obwohl ich etwas mittun muss. Mein Brief an den Avenir des Pyrénées et des Landes ist mir völlig aus dem Gedächtnis entschwunden; könnten Sie mir Jahrgang und Seitenzahl (bzw. Datum) angeben? Nichts für mich, aber für meinen Reeditor. Ich wundre mich daß ich kein Exemplar davon habe. Ich habe sonst auch Kleinigkeiten aufgehoben, so No 185, das ich einer vornehmen Dame in Orthez (also an der Pforte des geheimnisvollen Landes, das ich betreten wollte) vortrug der mich eine dito von Nizza, empfohlen hatte. Von meinen Bek. und Erk. habe ich nur sehr wenige Exemplare erhalten und kaum ein halbes Dutzend weggegeben; nicht einmal an meine besten Freunde, wohl aber an zwei Ausländer, an Uhlenbeck und an Kr. Nyrop. Ich würde keinen Anstand nehmen, Sie mit einem zu bedenken; ich |3| habe aber kein überschüssiges mehr.

Für Ihren guten Willen bezüglich des Bonapartischen Nachlasses bin ich Ihnen sehr dankbar; aber Sie vergessen daß unsere Währung nur nicht erlaubt, Bücher zu kaufen. Ich habe im Laufe der letzten Jahre nur ein wissenschaftliches Buch gekauft und alle Fortsetzungswerke, sowie Zeitschriften aufgegeben.

Wie ist denn Ihr Vortrag in Durango ausgefallen? Haben Sie keine Zeitungsnotiz darüber?

Man hat mir vor einiger Zeit von einer neuentdeckten iberischen Inschrift in griechischen Buchstaben geschrieben. Haben Sie nichts davon gehört?

Apraiz hat mir kürzlich geschrieben – ist das Vos statt Vd. eine archaistische Mode?

|4| Meine Handschrift (nebst Brief) ist auch soeben an Urquijo abgegangen 15 Folioseiten, wohl etwas zu lang? Jedenfalls fürchte ich, wird er einige Beschwerden damit haben. Ich habe es so gut gemacht, wie es in meinen derzeit recht schwachen Kräften stand.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr ergebener

H. Schuchardt

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