Gustav Gröber an Hugo Schuchardt (068-04066)

von Gustav Gröber

an Hugo Schuchardt

Ruprechtsau

18. 12. 1887

language Deutsch

Schlagwörter: Druckwesen Grundriss der romanischen Philologie Publikationsvorhaben Publikationsversand Zeitschrift für romanische Philologie Cornu, Julius Meyer, Gustav Reifferscheid, August Schuchardt, Hugo (1887) Cornu, Julius (1888) Gröber, Gustav (1884)

Zitiervorschlag: Gustav Gröber an Hugo Schuchardt (068-04066). Ruprechtsau, 18. 12. 1887. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5867, abgerufen am 30. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.5867.


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Ruprechtsau-Straßburg i/E 18.12.87.

Lieber Freund.

Ihre Baskisch-rom. Studien kommen mir für die Rom. Ztschr. sehr gelegen und ich sehe nicht, wo sie besser untergebracht werden könnten.1 In welchem Heft der Ztschr. sie erscheinen sollen, kann ich ganz Ihnen zu bestimmen überlassen. Ich habe zwar in der vorigen Woche das für Heft XI, 4 Erforderliche an Manuscript in die Druckerei geschickt, könnte aber einen altfranz. Text zur Hälfte für XII,1 zurücklegen lassen, sodaß wir c. 2 ½ Bogen zu Ihrer Verfügung stellen könnten. Oder aber wir eröffnen Bd. XII mit Ihrem Beitrag; dann könnte das Ms. noch bis Mitte oder Ende Januar in Ihren Händen bleiben. Je früher Sie es schicken, desto schneller wird es abgesetzt. Heft XI, 4 muß im Monat Januar zur Ausgabe gelangen; Heft XII, 1 spätestens im April.

Demnächst muß ich ein kleines Vorwort zum 1. Bd. des „Grdß“ in die Druckerei geben; die Correcturen der Arbeit Cornu’s2 (die erst noch nach Lissabon gehen) werden hoffentlich noch vor Neujahr erledigt, sodaß gleich im neuen Jahr, ich denke Anfang Januar, das 3. Heft verschickt werden kann, (da die Zahl der festen Abonnenten bereits 1000 übersteigt, ist die Nachfrage sehr groß). Soll ich nun in dem Vorwort andeuten, daß wir das Creolische (das mich auch Cornu dieser Tage drängt von Ihnen mir f. d. Grdß. zu erbitten) in irgendeiner Weise dem Leser noch vor Band 2 zukommen lassen können |2| oder mich begnügen darauf hinzuweisen, daß dem Leser im „Albanesischen“ G. Meyers ein Ersatz für den ausfallenden Abschnitt geboten wird, den Ihre Reise nicht zur Ausführung kommen ließ?3 Da Sie andeuten, daß das Creolische Sie noch immer beschäftigt, gebe ich die Hoffnung nicht auf, den Abschnitt noch zu erhalten, wenn es auch für Bd. 1 nun zu spät ist.

Daß wir Reifferscheid hier verloren haben,4 wird Ihnen längst bekannt sein; ich hätte nicht gedacht, daß ich ihn, mit dem ich in Breslau besonders eng schon verkehrt hatte, hier nach erneutem zweijährigen Beisammensein würde die Leichenrede halten müssen. Ebensowenig hätte ich gedacht, daß die Auswahl unter den Latinisten so beschränkt ist, wie sie sich bei unseren Berathungen über den Nachfolger von R. herausstellte. Wir werden einen verhältnismäßig jungen Mann berufen müssen.5

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Weihnachtszeit. Dieser Tage kann ich Ihnen eine Fortsetzung der Substrate senden.6

Bestens grüßend

Ihr ergebenster

GGröber


1 Schuchardt, „Romano-baskisches I. P-“, ZrP XI, 1887, 474-512.

2 J. Cornu, „Die portugiesische Sprache“, Grundriss I, 1888, 715-803.

3 So schon Lfd.Nr. 067-04065!

4 August Reifferscheid, Klass. Philologe in Straßburg, war am 10.11.1887 im Alter von 52 Jahren verstorben.

5 Die Wahl fiel auf Friedrich Leo (1851-1914).

6 Gröber, „Vulgärlateinische Substrate romanischer Wörter“, Archiv für lateinische Lexikographie und Grammatik (ALL) 1, 1884 ff.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04066)