Gustav Gröber an Hugo Schuchardt (066-04064)

von Gustav Gröber

an Hugo Schuchardt

Ruprechtsau

08. 03. 1887

language Deutsch

Schlagwörter: Grundriss der romanischen Philologie Zeitschriften-Beitrag Verlag Karl J. Trübner Meyer, Gustav Trübner, Karl Ignaz

Zitiervorschlag: Gustav Gröber an Hugo Schuchardt (066-04064). Ruprechtsau, 08. 03. 1887. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5865, abgerufen am 30. 09. 2023. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5865.


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Ruprechtsau-Straßburg i/E. 8.3.87.

Lieber Freund.

Aus Anlaß von Meyers Brief gab ich heute Morgen Trübner Nachricht von dem Schlag, der dem „Grdß.“ durch Ihren Rücktritt droht. Er mag noch nicht daran glauben, er suchte die Contracte für den „Griß.“ vor und wies mich auf die von Ihnen vor länger als 3 Jahren unterzeichnete Vereinbarung hin, die uns berechtigte Sie unter den Mitarbeitern im „Grdß.“ aufzuführen. Er stellte mir die Folgen vor, die aus dem Nichterscheinen Ihres Beitrags im „Grdß.“ sich ergeben würden: Beschwerden über mangelhafte Organisation, Mißdeutungen Ihres Rücktritts, Mißtrauen gegen den glatten Fortgang des Werkes beim 2. Bande usw. Er findet seine buchhändlerische Ehre engagiert, da er ein vorsichtiger Geschäftsmann ist, und seine Zusicherungen peinlichst zu erfüllen gewohnt ist. Er hält es für unmöglich, daß wir den Thatbestand dem Leser in einem Vorwort zum 2. Bd. mittheilen, und sieht keinen Ausweg aus der Verlegenheit, in die wir gerathen sind, es sei denn, daß Sie für einen Ersatzmann Sorge trügen, der bis Ende April das Nöthige beschaffte. Tr. hat darauf gerechnet den ersten Band nach Ausgabe des 3. Heftes, das die Darstellung der Sprachverhältnisse beschließt, fix und fertig vorlegen zu können; er würde vielleicht drauf verzichten, wenn er Ihres Beitrags für das laufende Jahr sicher würde: denn, da das Creolische den Schluß des Bandes einnimmt, und der 2te Bd. von L 1. wiederum beziffert wird, würde ein späterer Druck des Creolischen das Erscheinen des Buches nicht stören. Dies |2| kann ich ihm noch vorstellen, wenn Sie es genehmigen.

Sonst sehe auch ich nur die Alternative eines Ersatzmannes oder einer Mittheilung an den Leser, bei der der Verleger vorwurfsfrei bleibt. Die Nachlieferung des Beitrags wäre mir das Willkommenste; einen Ersatzmann müßten wir nothgedrungen acceptiren: wenigstens dazu bitten wir uns behilflich zu sein, wenn Sie der „Grdß.“ definitiv verlieren müßte, es wird Ihre Reisevorbereitungen nicht erheblich stören.

Mit besten Grüßen

Ihr ergebenster

GGröber.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04064)