Friedrich Kluge an Hugo Schuchardt (56-05631)
von Friedrich Kluge
an Hugo Schuchardt
18. 05. 1918
Deutsch
Schlagwörter: Erster Weltkrieg Gesundheit Universitätsangelegenheiten Universität Freiburg (Schweiz) Reflexion über Forschung Appel, Carl Levy, Emil (1894)
Zitiervorschlag: Friedrich Kluge an Hugo Schuchardt (56-05631). Freiburg im Breisgau, 18. 05. 1918. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5657, abgerufen am 09. 02. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5657.
Verehrtester Herr Kollege!
Hoffentlich geht es Ihnen in der schweren Zeit immer gut. Wir müssen Vertrauen behalten und haben allen Grund dazu. Aber hoffentlich reicht Ihre Gesundheit auch aus. Es würde mich freuen, von Ihnen wieder einmal gelegentlich ein kurzes Lebenszeichen zu haben, daß Sie sich immer wohl befinden. Die Semesterarbeit ist die gleiche wie im Frieden, aber während ich früher im Sommer etwa 200 Zuhörer hatte, muß ich jetzt froh sein, noch 20 zu haben, und das ist jetzt recht viel. Über Levys1 Nachlaß hat Prof. Appel in Breslau die Fürsorge übernommen. Es ist sehr bedauerlich, daß er sein großes Werk nicht selber hat beenden können. Es war ein feiner und lieber Mensch, den ich sehr vermisse. |2| Mir geht es in den Zeitumständen leidlich gut; die Arbeit ist der beste Trost.
Mit herzlichen Grüßen und Wünschen in alter Verehrung
Ihr
Kluge
1 Emil Levy (1855-1917); der bekannte Provenzalist war am 28. November verstorben. Sein unvollendetes Provenzalisches Supplementwörterbuch, Leipzig 1892f., 8 Bde., wurde von Carl Appel in Breslau zu Ende geführt, vgl. F.-R. Hausmann, „Der Freiburger Provenzalist Emil Levy (1855–1917)“, RZLG 33, 2009, 91–101 .
