Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (18-04521)

von Wilhelm Hein

an Hugo Schuchardt

Unbekannt

07. 12. 1901

language Deutsch

Schlagwörter: Reisen Anthropologische Gesellschaft in Wien Persönliche Treffen Konsulat Deutsches Reich / Aden Kongresse und Versammlungen Naturhistorisches Hofmuseum Kranz, Olga Italien Aden Graz Wolf, Michaela (1993)

Zitiervorschlag: Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (18-04521). Unbekannt, 07. 12. 1901. Hrsg. von Elisabeth Egger und Susanne Oberpeilsteiner (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5168, abgerufen am 23. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5168.

Printedition: Egger, Elisabeth; Oberpeilsteiner, Susanne (2016): "Ich werde mir erlauben, Ihnen am Montag, den 5. d. M., um 10 Uhr Vormittags mit meiner Frau einen Besuch zu machen und Ihnen dann die Pariser Sichel zu überreichen". Die Korrespondenz von Wilhelm und Marie Hein mit Hugo Schuchardt. In: Grazer Linguistische Studien. Bd. 85., S. 57-130.


|1|

7. Dezember 1901

Hochverehrter Herr Hofrath!

Ich danke Ihnen herzlichst für Ihre Nachrichten aus Italien, welche ich zu meinem Leidwesen nicht mehr beantworten konnte.1 Ich befinde mich jetzt mit meiner Frau auf der Fahrt nach Aden, von wo wir uns auf irgend eine Weise nach Makalla[am rechten Kartenrand vertikal] verfrachten wollen. Dort gedenken wir etwa 2 Monate zu bleiben. Nach Wien dürften wir im Mai kommen.2 Hoffentlich sehen wir uns zu Pfingsten in Graz! Mich trifft eine Nachricht unter der Adresse: W. Hein, Aden, Südarabien, Deutsches Consulat.3

Mit besten Grüßen Ihr treu ergebener
W. Hein

[Am linken Kartenrand in fremder Handschrift]

Herzlichen Gruß v. Olga Kranz4

|2|

1  Schuchardt hielt sich im Oktober 1901 in Neapel auf (Wolf 1993: 632), Marie und Wilhelm Hein brachen am 1. Dezember 1901 zu ihrer vierzehntägigen Schiffsreise nach Aden auf ( Sturm 2007: 69).

2  Wilhelm und Marie Hein kamen am 14. Dezember 1901 in Aden an und blieben fast fünf Wochen in dieser Stadt. Vom 25. Jänner bis zum 1. April 1902 waren sie in Gischin (Qishn), dem Hauptort des Mahralandes, stationiert, danach bis zu ihrer Rückreise nach Europa am 7. Mai 1902 in Schaich Othman (Shayk Uthmān) bei Aden. Ein Aufenthalt in Makalla war aus politischen Gründen unmöglich (vgl. Sturm 2007: 69, 70; Archiv der Universität Wien, Dekanatsakten der Philosophischen Fakultät, Reisebericht, Z. 2775/1902).

3  Konsul S. Schmuck vom Kaiserlich Deutschen Konsulat Aden unterstützte das Ehepaar Hein in jeder Hinsicht, er mietete die Unterkünfte in Aden und Schaich Othman an, sorgte für die Verschiffung der Aufsammlungen nach Wien und war Drehscheibe bei der Geldübermittlung durch die Intendanz des k.k. naturhistorischen Hofmuseums (vgl. Sturm 2007: 69, 75).

4  Möglicherweise handelt es sich um Olga Kranz (geb. 1865), Tochter von Wilhelm Kranz, der zusammen mit seinem Bruder Ludwig die Maschinenpapierfabrik Brüder Kranz in Andritz bei Graz besaß und Großgrundbesitzer war. Laut Meldedaten residierte Olga auf den Anwesen der Eltern in der Merangasse 1 in Graz bzw. in Andritz (Stadtarchiv Graz, Meldedaten 1900). Laut Auskunft des Stadtarchivs Graz sind Vor- und Nachname in dieser Kombination für Graz von 1892 bis 1925 einzigartig.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04521)