Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (12-04515)

von Wilhelm Hein

an Hugo Schuchardt

Floridsdorf

08. 03. 1901

language Deutsch

Schlagwörter: Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien Empfehlung (Personen) Fischfang Anthropologische Gesellschaft in Wien Naturhistorisches Hofmuseum Universitätsbibliothek Graz Truhelka, Čiro Hopfgartner, Franz von Krisch, Anton Triest

Zitiervorschlag: Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (12-04515). Floridsdorf, 08. 03. 1901. Hrsg. von Elisabeth Egger und Susanne Oberpeilsteiner (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5161, abgerufen am 23. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5161.

Printedition: Egger, Elisabeth; Oberpeilsteiner, Susanne (2016): "Ich werde mir erlauben, Ihnen am Montag, den 5. d. M., um 10 Uhr Vormittags mit meiner Frau einen Besuch zu machen und Ihnen dann die Pariser Sichel zu überreichen". Die Korrespondenz von Wilhelm und Marie Hein mit Hugo Schuchardt. In: Grazer Linguistische Studien. Bd. 85., S. 57-130.


|1|

Floridsdorf, 8/3 1901.

Hochverehrter Herr Hofrath!

Ich habe heute an Custos Truhelka1 in Ihrer Angelegenheit geschrieben und hoffe, dass er Ihnen umgehend die in Aussicht gestellten Aufklärungen zukommen lassen wird. Das 6. Heft für 1900 ist schon fertig, nur die Farbentafel2 fehlt noch und der Generalregister.3 Herr v. Hopfgartner4 ersuchte mich, Ihnen den Herrn k.k. Hofrath Anton Krisch5 in Triest, Via Lazaretto vecchio, als gewaltigen Fischereikundigen zu empfehlen!

In Eile Ihr hochachtungsvoll ergebener

und stets dienstbereiter

W. Hein

|2|

1  Ćiro Truhelka (1865-1942), Archäologe, Ethnologe, studierte an der Universität Zagreb und war ab 1888 erster Kustos der archäologisch-kunsthistorischen Abteilung am bosnisch-hercegovinischen Landesmuseum in Sarajevo, die auch die ethnographische Sammlung umfasste. Von 1905 bis 1920 war er Direktor des Landesmuseums, nach seiner Pensionierung unterrichtete Truhelka an der philosophischen Fakultät der Universität in Skopje, seine Forschungsbereiche waren die Prähistorie, Paläographie, Numismatik, Ethnologie und Geschichte (vgl. Filip 1969: 1495; Hörmann 1893 ). Truhelka war von Dezember 1888 bis 1896 Mitglied der AG ( Sitzungsberichte 1888: [89]; Sitzungsberichte 1896: [49]), in diesem Zeitraum berichtete er fallweise über Ausgrabungen in Bosnien und Aktivitäten im bosnisch-herzegowinischen Landesmuseum an die Jahresversammlung. Truhelka reagierte prompt auf Wilhelm Heins Aufforderung, seine Antwort ist mit 14. März 1901 datiert und befindet sich im Nachlass Schuchardts (B 11893), ebenso wie die darin erwähnten Skizzen der in Bosnien charakteristischen Fischereigeräte – betitelt mit "Vlak nagonjač […]" (Signatur 17.1.5.1.). Truhelka und Schuchardt hatten aber bereits 1900 schriftlichen Kontakt, zwei weitere Korrespondenzstücke, denen Zeichnungen von Schöpfnetzen in der Mappe 17.1.5.1. zugeordnet werden können, befinden sich im Nachlass (B 11891-B 11892).

2  Die Farbentafel ist als Tafel VI Teil der Illustrationen zum Beitrag von Julius Teutsch, Likörfabrikant in Kronstadt, über "[p]rähistorische Funde aus dem Burzenlande" ( Teutsch 1900 ), den er bei der Monatsversammlung der AG vom 12. Dezember 1899 im Rahmen eines Vortrags präsentiert hatte. Die Verzögerung entstand, da die tatsächlichen Produktionskosten der Tafel von 430 Kronen die ursprünglich bewilligten 250 Kronen überstiegen und einer nochmaligen Beratung unterzogen werden mussten ( Sitzungsberichte 1900: [215]; Sitzungsberichte 1901: [18]).

3   Hopfgartner (1901) .

4  Franz von Hopfgartner (1834-1905), k.k. Hafen- und See-Sanitätskapitän ( I. R. Governo Marittimo 1895: 82), war von 1897 bis 1903 Mitglied der AG ( Sitzungsberichte 1897: [65]; Sitzungsberichte 1903: [8]) und von 14. Februar 1899 bis 4. März 1902 deren zweiter Sekretär ( Sitzungsberichte 1899: [18]; Sitzungsberichte 1902: [26]). Für eine ausführliche Biographie siehe Egger/Oberpeilsteiner (2015a) .

5  Anton Krisch (1835-1917), Verwaltungsbeamter, war ab 1875 bis zu seiner Pensionierung 1900 im Rechnungsdepartement der Seebehörde in Triest, zuletzt im Rang eines Abteilungsleiters, tätig (vgl. I. R. Governo Marittimo 1900: 85). Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit beschäftigte er sich v.a. mit Fischkunde. Krisch war kein Mitglied der AG, aber mit Franz Steindachner, dem ehemaligen Direktor der zoologischen Abteilung und von 1898 bis 1919 Intendant des k.k. naturhistorischen Hofmuseums, befreundet (vgl. Böhme 1996: 549). Für eine ausführliche Biographie siehe Egger/Oberpeilsteiner (2015a) . Krischs Werk "Die Fischerei im Adriatischen Meere mit besonderer Berücksichtigung der österreichisch-ungarischen Küsten" (Krisch 1900) war Teil von Hugo Schuchardts Fischereibibliothek, es befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Graz (Signatur II 98.312). In Schuchardts Notizbüchern zur Fischerei in Italien finden sich etliche Exzerpte daraus (17.1.3.6.: 14; 17.1.3.10.: 9; 17.1.3.12.: 34; 17.1.3.14.: 1-11).

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04515)