Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (10-04513)

von Wilhelm Hein

an Hugo Schuchardt

Floridsdorf

15. 01. 1901

language Deutsch

Schlagwörter: Materielle Sammlung Sichel Naturhistorisches Museum (Wien) Kontaktvermittlung Universität Wien Naturhistorisches Hofmuseum Volkskundemuseum Wien Fuchs, Karl

Zitiervorschlag: Wilhelm Hein an Hugo Schuchardt (10-04513). Floridsdorf, 15. 01. 1901. Hrsg. von Elisabeth Egger und Susanne Oberpeilsteiner (2017). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5159, abgerufen am 26. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5159.

Printedition: Egger, Elisabeth; Oberpeilsteiner, Susanne (2016): "Ich werde mir erlauben, Ihnen am Montag, den 5. d. M., um 10 Uhr Vormittags mit meiner Frau einen Besuch zu machen und Ihnen dann die Pariser Sichel zu überreichen". Die Korrespondenz von Wilhelm und Marie Hein mit Hugo Schuchardt. In: Grazer Linguistische Studien. Bd. 85., S. 57-130.


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Floridsdorf, 15. Jänner 1901.

Hochgeehrter Herr Hofrath!

Von Herrn Realschulprofessor Karl Fuchs1 in Kronstadt in  Siebenbürgen, reform. Pfarrhof, erhielt ich dto 6.d.M. folgende Mittheilung:

"Ich habe von einem hiesigen Herrn eine gezähnte Sichel bekommen, wie sie namentlich von den Szeklern gebraucht wird. Ist es wünschenswert, dass ich sie an das Hofmuseum einsende?"

Mit Rücksicht darauf, dass Sie gegenwärtig dieser Sache Ihr Augenmerk zuwenden und das Hofmuseum warten kann, habe ich Herrn Prof. Fuchs darauf nicht geantwortet. Nur wenn Sie die Sichel nicht haben wollten, würde ich im Hofmuseum anfragen, ob die Sichel gewünscht wird.2 Vielleicht schreiben Sie Herrn Prof. Fuchs darum?3

In ausgezeichneter Hochachtung

Ihr stets ergebener

W. Hein

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1  Karl Fuchs (1851-1916), Mathematiker, Physiker, studierte an der Universität Wien Mathematik, Physik und Astronomie und war von 1877 bis 1902 Mittelschullehrer in Ödenburg (Sopron), Pressburg, Arad und Kronstadt (Brașov). 1902 in den Ruhestand versetzt, kehrte er nach Pressburg zurück und widmete sich ganz den wissenschaftlichen Forschungen, die er schon während seiner Unterrichtstätigkeit betrieben hatte. Seine Schwerpunkte waren die physikalische Deutung von geologischen Erscheinungen, die Wirkung von Molekularkräften sowie die Photogrammetrie ( Manek 1961 ). Fuchs war von 1899 bis 1906 Mitglied der AG ( Sitzungsberichte 1899: [53]; Sitzungsberichte 1906: [6]) und publizierte einige kleinere Beiträge v.a. zum Thema Hausforschung in den MAGW.

2  Die gezähnte Sichel, die Wilhelm Hein anbot, fand ihren Weg offenbar nicht zu Hugo Schuchardt. Eine "Sichel, mit eisernem schmalem, nach vorn zugespitztem Blatt; die Schneide äusserst fein gesägt; der Griff aus lichtbraunem Holz, cylindrisch, mit einigen eingebrannten Linien versehen. Länge: 37 cm. Länge des Holzgriffs: 11.4 cm. Von den Szeklern im südöstl. Siebenbürgen zum Schneiden des Getreides verwendet. Von Zigeunern verfertigt" ging mit der Inventarnummer 68.694 als Geschenk von Prof. Karl Fuchs in Kronstadt 1901 in die Sammlungen des k.k. naturhistorischen Hofmuseums ein. (Weltmuseum Wien, Sammlungsdokumentation, Inventarbuch 1901). Die Sichel befindet sich heute als Dauerleihgabe im Volkskundemuseum Wien.

3  Im Nachlass Schuchardts befindet sich keine Korrespondenz von Karl Fuchs.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 04513)