Fritz Karpf an Hugo Schuchardt (3-05302)
von Fritz Karpf
an Hugo Schuchardt
15. 11. 1922
Deutsch
Schlagwörter: Die Neueren Sprachen
Spanisch (Karolinen) Schuchardt, Hugo (1922)
Zitiervorschlag: Fritz Karpf an Hugo Schuchardt (3-05302). Bruck an der Mur, 15. 11. 1922. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.5005, abgerufen am 11. 06. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.5005.
Sehr verehrter Herr Hofrat!
Ich danke Ihnen herzlich für die Übersendung der „Sprachlichen Beziehung“1, welche für die sprachlichen Fragen so anregend ist. Ich hoffe, in meiner Besprechung von Jespersens Language einiges über diese Dinge sagen zu können.
In verehrender Dankbarkeit bin ich
Ihr sehr ergebener
F. Karpf.
15.11.1922.
In meiner Anzeige von Schürrs trefflicher |2| Schrift habe ich auch auf das „Brevier“ hingewiesen.2 Leider sind nun auch die Neueren Sprachen schon bedroht; ich habe an den Verlag 240 M überwiesen und will nun einige Bettelbriefe ins Ausland loslassen, es wird immer scheußlicher. In absehbarer Zeit werden wir, wenn es so weitergeht, uns das Denken abgewöhnen. Die deutsche Krise werden wir in der Wissenschaft bitter spüren.
1 „Sprachliche Beziehung“, Sb. d. Berl. Ak. d. Wiss. 1922, 199-209.
2 „Fast gleichzeitig mit Schürrs sehr gediegener und wertvoller Schrift, die in erfreulicher Weise im Konkreten bleibt, beschert uns überdies Leo Spitzers verehrende Dankbarkeit und die Opferwilligkeit schweizerischer Forscher im Schuchardt-Brevier eine bequeme Übersicht von den Lehren dieses Meisters, der dem Verzeichnis seiner Schriften den Satz voanstelle ,Das Kleinste nicht verachten und nach dem Größten trachten‘. […] Groß ist unser Abstand von K. Voßler, dem ,glänzenden Vertreter tätiger wie aufnehmender Sprachherrschaft‘, dem Schürr seine wertvolle Schrift gewidmet hat; wir arme ,Unterrichtsbeamte‘ können uns daher besonders freuen, daß diese methodisch klärende Arbeit so schön in die großen Fragen unserer Wissenschaft einführt, die wir in des Tages Hast und Mühe so leicht aus den Augen verlieren. Was H. Schuchardt schon vor zwanzig Jahren aussprach, daß ,in aller Sprachwissenschaft den Romanisten die Leitung zukommt, weil sie in den Besitz der festesten Maßstäbe und der feinsten Maßstäbe gelangt sind‘, hat Schürrs Untersuchung neuerlich glänzend erhärtet; unsere Zeitschrift aber kann man zu dieser neuen, verheißungsvollen Erweiterung ihres Wirkungskreises herzlich beglückwünschen“ (Die Neueren Sprachen 31, 1923, 233-234 ).
