Ludwig Lemcke an Hugo Schuchardt (3-06377)

von Ludwig Lemcke

an Hugo Schuchardt

Gießen

15. 04. 1870

language Deutsch

Schlagwörter: Publikationsvorhaben Berichtigung Brockhaus, F. A.

Zitiervorschlag: Ludwig Lemcke an Hugo Schuchardt (3-06377). Gießen, 15. 04. 1870. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.4993, abgerufen am 29. 01. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.4993.


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Gießen, d. 15 April 1870.

Geehrter Herr Doctor!

Aus Ihrem werthen Schreiben vom 13ten d. M. muß ich entnehmen, daß hier ein Misverständniß obwaltet. Ich schrieb Ihnen gleich anfangs, daß die Aufnahme Ihrer Abhandlung in den laufenden Jahrgang des Jahrbuchs schlechterdings unmöglich sei und an diesem Verhältnisse hat sich nichts geändert, da ich auch jetzt noch in Verlegenheit bin, das vorhandene Material vollständig unterzubringen. Ich erklärte mich jedoch bereit, Ihrer Arbeit gleich im ersten Heft des nächsten Jahrganges einen Platz anzuweisen, wenn Sie sich so lange gedulden könnten, und wenn ich Ihre Antwort auf diesen Vorschlag recht verstanden habe, so waren Sie auch damit einverstanden. Als Sie nun aber, der Separatabdrucke wegen, den Wunsch aussprachen, daß der Aufsatz den Anfang eines Heftes bilden möchte, so konnte ich darauf nicht eher eingehen, als bis ich wußte, wie lang derselbe werden würde und ob er nicht etwa den in einem Hefte verfügbaren Raum überschritte. Ich gab Ihnen deshalb anheim, von H. Brockhaus selbst den Umfang nach Druckbogen möglichst genau berechnen zu lassen, um danach be- |2| stimmen zu können, ob auch die Abhandlung in einem einzigen Hefte Platz finden könnte. Von einem „Stehenlassen“ des Satzes für ein ganzes Jahr ist meines Wissens nie zwischen uns die Rede gewesen und weiß ich eigentlich nicht, was damit gemeint sein kann. Eben so wenig habe ich jemals die Aufnahme als eine „Unmöglichkeit“ von meiner Seite bezeichnet.1 Ich bin vielmehr nach wie vor, unter den oben genannten Voraussetzungen dazu bereit, und kann daher die von Ihnen gewünschte Bestätigung der „Unmöglichkeit“ nicht eher geben, als bis das, jedenfalls hier zum Grunde liegende Misverständniß nicht aufgeklärt ist, wobei ich übrigens noch bemerken will, daß auch H. Brockhaus, wie er mir schreibt, Ihre eigentlichen Wünsche nicht vollständig verstanden hat.

Hochachtungsvoll
Dr. Lemcke


1 Sollte Schuchardt auf eine solche Bestätigung gewartet haben, um sich einen neuen Publikationsort zu suchen?

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 06377)