Hugo Schuchardt an Bogdan Petriceicu Hasdeu (86-1203)

von Hugo Schuchardt

an Bogdan Petriceicu Hasdeu

Graz

02. 04. 1889

language Deutsch

Zitiervorschlag: Hugo Schuchardt an Bogdan Petriceicu Hasdeu (86-1203). Graz, 02. 04. 1889. Hrsg. von Bruno Mazzoni (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.4820, abgerufen am 10. 08. 2026. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.4820.


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Graz, 2 April 1889*

Theurer Freund,

Wenn es in Ihrem Schmerze irgend einen Trost gibt, so muss Ihnen das schöne Denkmal einen solchen gewähren, das Sie der Dahingeschiedenen aus ihren gefühl- und phantasievollen Dichtungen errichten konnten. Ich danke Ihnen herzlichst für die Uebersendung des schön ausgestatteten Buches1.

Glauben Sie nicht dass ich den mir ausgesprochenen Wunsch nicht berücksichtigt habe2. Ich hätte auch von selbst so gern meine Feder in Bewegung gesetzt, um das Andenken Ihrer Tochter zu ehren. Aber meine Neurasthenie hat mich in diesem Winter hart mitgenommen; ich habe fast fünf Monate Nichts gelesen und Nichts geschrieben — welcher Art auch dieses und jenes sein mochte; von Lebensunlust und Widerwillen gegen Wissenschaft und Litteratur erfüllt bin ich zu ewiger körperlicher Bewegung und geselliger Zerstreuung umhergetrieben worden. Seit Kurzem kann ich mich wenigstens mit dem wissenschaftlichen Handwerk wieder etwas abgeben. Ich habe damals sofort die einzelnen poetischen Hefte3 an meinen Schüler und Freund Ludwig Katona geschickt, mit der Bitte mich in einer deutschen Revue zu vertreten4. Er besitzt eine sehr gewandte Feder, und ist ein sehr talentvoller Mensch. Ich werde mich erkundigen ob er das Versprochene geleistet hat.

Wie kommt es dass wir uns vor einem Jahre an den Ufern des Genfer Sees — auch ich war in Montreux — nicht getroffen haben5?

Mit herzlichsten Grüssen

Ihr ganz ergebener

HS

* 1886 nel ms.


1 Si riferisce al primo vol. delle Œuvres posthumes di Iulia В. P. Нasdeu, Bourgeons d’Avril. Fantaisies et Rêves. Avec une introduction par le C.te Angelo de Gubernatis, Paris-Bucarest 1889, xlviii-237 p. (nell’introd. viene riprodotto il testo francese della conferenza tenuta dal de Gubernatis al Circolo Filologico fiorentino il 18 febbraio 1889; le pp. 213-24 sono occupate da un saggio di В. P. Hasdeu, dedicato a Louis Leger, sulla doina romena).

2 Deve essere andata smarrita, dunque, una richiesta del Hasdeu relativa a una presentazione dell’opera poetica di Iulia sui giornali di lingua tedesca.

3 V. LXXXIV, n. 2; LXXXV, n. 2.

4 Lajos Katona (Waitzen 1862 - Budapest 1910).

5 Anche questo accenno lascia presumere che sia andata smarrita una lettera del Hasdeu (v. supra, n. 2) in cui erano forse accennate le tappe della malattia di Iulia (dal soggiorno per cura a Glion-sur-Montreux è stata inviata, alla fine di maggio 1880, l’ultima lettera di Iulia al padre: cf. CHH, pp. 423-4 ).

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