Hermann Urtel an Hugo Schuchardt (61-12312)

von Hermann Urtel

an Hugo Schuchardt

Erlangen

02. 10. 1925

language Deutsch

Schlagwörter: Gamillscheg, Ernst Brüch, Josef Videsott, Paul ([o. J.]) Hurch, Bernhard (2006)

Zitiervorschlag: Hermann Urtel an Hugo Schuchardt (61-12312). Erlangen, 02. 10. 1925. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.4560, abgerufen am 05. 02. 2023. Handle: hdl.handle.net/ 11471/518.10.1.4560.


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2. Okt. [1925] Erlangen1

Lieber hochverehrter Freund!

Vom laufenden Phil Tag die herzlichsten Grüsse. Ach wie mich das freut, daß es Ihnen wieder gut geht. Ich hatte an Schlimmeres gedacht u. war sehr besorgt um Ihr Wohl! Hier wars sehr schön! Ich war viel |2| zusammen, mit dem Gamillscheg vor allem und seiner schönen und liebenswürdigen Frau – ich stehe secundo loco (primo ist Brüch u. der wird’s natürlich) in seiner Nachfolge2. Es wäre viel zu schön als daß es was werden könnte. Dann könnte ich baskisch arbeiten! Aber ich bin wohl weiter zum Sextanerpauken verurteilt!

[Schluss wieder S. 1]

In alter Liebe u. Verehrung

In alter Liebe u. Verehrung

Ihr

H UrtelDies ist der letzte erhaltene Brief Urtels. Über seinen frühen Tod schreibt Spitzer am 12.8.1926 an Schuchardt: „Urtel soll eine Ader im Gehirn geplatzt sein, also wohl ein Schlaganfall? Ich höre das über Umwege, Sie werden vielleicht besser unterrichtet sein. Sein Maupassantbuch wird allerdings ziemlich mäßig beurteilt. Ob die 2. Heirat mit einem so jungen Wesen nicht von Übel war?“ (Lfd.Nr. 439-11193, ed. Hurch, 2006, 399).

Alles dies ganz entre nous! Wie gern sähe ich Sie mal wieder!

[von anderer Hand]

In herzlicher Verehrung
Geramb4


1 Poststempel Schweinfurt.

2 Vgl. dazu Paul Videsott, Institutsgeschichte Innsbruck (online): „Als Nachfolger Gamillschegs wird Josef Brüch (vorher o. Professor in Riga) berufen. Nach der Absage von Jakob Jud (der im gleichen Jahr o. Professor in Zürich wurde) wurden auf den weiteren Listenplätzen Hermann Urtel (Hamburg) und Walter v. Wartburg (Aarau) ex-aequo gereiht“.

3 Dies ist der letzte erhaltene Brief Urtels. Über seinen frühen Tod schreibt Spitzer am 12.8.1926 an Schuchardt: „Urtel soll eine Ader im Gehirn geplatzt sein, also wohl ein Schlaganfall? Ich höre das über Umwege, Sie werden vielleicht besser unterrichtet sein. Sein Maupassantbuch wird allerdings ziemlich mäßig beurteilt. Ob die 2. Heirat mit einem so jungen Wesen nicht von Übel war?“ (Lfd.Nr. 439-11193, ed. Hurch, 2006, 399).

4 Viktor Geramb (1884-1958), Extraordinarius für Volkskunde in Graz.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 12312)