Richard Riegler an Hugo Schuchardt (54-09641)

von Richard Riegler

an Hugo Schuchardt

Klagenfurt

11. 02. 1924

language Deutsch

Schlagwörter: Dankschreiben Publikationsversand Literaturhinweise / bibliographische Angaben Literaturbeschaffung Berufungen Universität Marburg Spitzer, Leo Riegler, Theodor Bonn

Zitiervorschlag: Richard Riegler an Hugo Schuchardt (54-09641). Klagenfurt, 11. 02. 1924. Hrsg. von Frank-Rutger Hausmann (2016). In: Bernhard Hurch (Hrsg.): Hugo Schuchardt Archiv. Online unter https://gams.uni-graz.at/o:hsa.letter.4389, abgerufen am 26. 02. 2024. Handle: hdl.handle.net/11471/518.10.1.4389.


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Klagenfurt, 11.2.1924.

Hochverehrter Meister!

Für meine winzige Mühe haben Sie mich reichlich belohnt durch Ihr liebes Schreiben und den wertvollen Aufsatz, dessen idiomatische Sprache ich nicht genug bewundern konnte.1 Die stellenweise sehr ermüdende Lektüre von Guichot – oft seitenweise nur Büchertitel – war nicht ohne Nutzen für mich, denn ich entdeckte eine Zoología popularcatalana von Celso Gomis, die schon 1910 erschienen ist. Ich war ganz beschämt, daß ich als Zoo-romanist von diesem Buch nichts wußte.

Wie sollte aber auch ein Echo davon nach Klagenfurt dringen! Ich schrieb sofort an Griera2 nach Barcelona, vielleicht ist der geistliche Herr so freundlich, mir das Werk zu verschaffen. Er hat mir schon einiges geschickt. – Heute erhielt ich von Freund Sp. aus Bonn einen Brief. Er weiß ganz genau, wie seine Aussichten stehen.3|2|  Er bittet mich, mit niemandem auß[er] mit Herrn Hofrat davon zu reden. – Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr freundliches Interesse an Theo. Der Junge macht mir Sorgen. Er schreibt mir, er gebe Ital.stunden einer Opernsängerin, die bei einer geschiedenen Frau wohnt. Mir macht er den Eindruck, als seien die Stunden nur ein Vorwand. Ich kenne die zweite Dame und ihre wenig ernste Lebensauffassung. Was kann ein Vater in einem solchen Falle tuen? Befehle nützen nichts, Warnungen werden in den Wind geschlagen. Vielleicht gibt es doch Schutzengel.

In Verehrung

Ihr

Riegler.


1 Riegler meint die von ihm für Schuchardt erstellten Auszüge aus Guichot y Serra, vgl. Lfd.Nr. 53-09640.

2 Antoni Griera y Gaja (1887-1974), Romanist (Katalanist) und Priester, der 1914 in Zürich promoviert hatte und sich im gleichen Jahr weihen ließ.

3 Es geht um Spitzers Berufung als Nachfolger von E.R. Curtius nach Marburg.

Faksimiles: Universitätsbibliothek Graz Abteilung für Sondersammlungen, Creative commons CC BY-NC https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ (Sig. 09641)